Lokalsport Südhessen

Handball Bundesligist HSG Bensheim/Auerbach geht mit einer 23:25-Niederlage gegen Neckarsulm in die fünfwöchige EM-Pause

Zu hohe Fehlerquote bei den Flames

Neckarsulm/Bensheim.Es war erneut knapp und es hat erneut nicht zu einem Punktgewinn gereicht für die HSG Bensheim/Auerbach in der Frauenhandball-Bundesliga: Mit 23:25 (11:11) verloren die Flames am Samstag die Auswärtspartie bei der Neckarsulmer Sportunion. Die Gastgeber, die verletzungsbedingt kurzfristig auf Top-Scorerin Irene Espinola Perez verzichten mussten, feierten den fünften Liga-Sieg in Folge. Die Mannschaft von Coach Tanja Logvin geht nun als Tabellenzweiter in die fünfwöchige EM-Pause.

Die Flames bleiben nach der vierten Niederlage aus den letzten fünf Begegnungen Siebter. Wie bei den knappen Angelegenheiten gegen Bad Wildungen (27:30) oder Buxtehude (29:32) war die Fehlerquote der Flames in Neckarsulm insgesamt zu hoch. „Natürlich sind wir enttäuscht. Wir hatten uns vorgenommen, die zwei Punkte zu holen“, bilanzierte Trainerin Heike Ahlgrimm. „Wir haben zu viel verworfen, zu viele technische Fehler gemacht. Wir müssen anerkennen, dass das Momentum für Neckarsulm sprach.“

Moser setzt Akzente

Vor allem im Angriff lief es nicht rund beim Ensemble von der Bergstraße. So gelang dem Team in den vier Überzahlsituationen kein Treffer. Auch von den Außenbahnen kamen zu wenig Impulse, nur ein einziger Versuch von diesen Positionen (Sarah Dekker) landete im Netz. Am Ende der 60 Minuten hatte Ahlgrimm 13 Fehlwürfe für ihre Crew notiert. „Mit 23 Toren kann man kein Spiel in der Bundesliga gewinnen“, haderte sie. Die Abwehr funktionierte dagegen bei Bensheim/Auerbach. „25 Gegentore sind in Ordnung“, befand Ahlgrimm. Torhüterin Helen van Beurden zeigte im ersten Abschnitt eine gute Vorstellung, hielt bis zur Pause sechs von 17 Würfen. Nach dem Seitenwechsel stand die Deckung nicht mehr ganz so stabil, zudem ermöglichten eine Reihe von technischen Fehlern den Gastgeberinnen einige leichte Tore. Überdies hatte die HSG Probleme, Carmen Moser im linken Rückraum zu verteidigen. Die wurf- und sprunggewaltige Rechtshänderin wurde immer wieder von ihren Mitspielerinnen freigeblockt, sobald die Bensheimer Abwehr es verpasste, rechtzeitig nach vorne zu rücken. Moser war beste Schützin der Sportunion und erzielte gegen ihren Ex-Club acht Treffer. Bei den Flames trafen Lisa Friedberger (5/4) und Sarah van Gulik (4) am häufigsten. Das komplette Match war ein hart umkämpfter Wellenritt.

Beide Mannschaften leisteten sich wiederholte Male längere Schwächephasen. Die Flames starteten mit einer 2:0-Führung, blieben nach Dekkers 3:3 (6.) allerdings für acht Minuten ohne Treffer. Neckarsulm baute den Vorsprung auf 7:3 (15.) aus – und nahm sich anschließend seinerseits eine achtminütige Tor-Auszeit.

Die HSG verkürzte zunächst auf 6:8 (21.), kam zum 9:9 und ließ sich bis zur Halbzeit nicht mehr abschütteln. Um ihre Truppe auf Kurs zu bringen, hatte Heike Ahlgrimm nach rund 20 Minuten Sarah van Gulik und Alicia Soffel (für Lisa Friedberger und Ines Ivancok) auf die Platte geschickt. Van Gulik und Soffel hielten die Flames mit je drei Toren zum 11:11-Pausenstand im Spiel.

„Haben alles versucht“

Nach Wiederbeginn verlief das Duell bis zum 19:19 (47.) ausgeglichen. Mit einem 3:0-Lauf setzte sich Neckarsulm auf 22:19 (53.) ab. Die Flames agierten in der Offensive zunehmend fahriger. Ahlgrimm schöpfte daraufhin mit Ausnahme von Julia Niewiadomska ihr personelles Reservoir aus. Dionne Visser, Christin Kühlborn, Simone Spur Petersen und – etwas überraschend – auch Leonie Kockel, die nach ihren Nasenbeinbruch Mitte der Woche wieder ins Training eingestiegen war, wurden eingewechselt. „Wir haben alles versucht“, erläuterte Ahlgrimm.

Die Wende schafften die Flames nicht mehr. Zwar erzielte Spur Petersen auf der Zielgeraden ihre ersten beiden Saisontore nach ihrem Verletzungs-Comeback, allerdings war die Sache nach den Treffern von Sara Senvald und Lynn Knippenborg zum 25:21 (59.) entschieden. eh/ü

Flames-Tore: Hurst (2), Heider (1), Stuttfeld (1), Spur Petersen (2), Dekker (2), Soffel (3), Friedberger (5/4), Kühlborn, van Gulik (4), Ivancok (3).

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker überregional