Viernheim

Vogelpark Delegation des Kreises informiert sich über Aufgabenspektrum / Lob für Zuchtprogramme

„Abhilfe durch Auffangstation“

Archivartikel

Viernheim.Im Vorfeld des Welttierschutztags am Freitag, 4. Oktober, stattete eine Delegation des Kreises Bergstraße dem Viernheimer Vogelpark einen Informationsbesuch ab, um sich ein Bild von der Arbeit vor Ort zu machen. Dabei zeigten sich Kreisbeigeordneter Karsten Krug und Wolfgang Gabriel, Leiter des Kreis-Veterinäramts, von den Aktivitäten des Vereins, in erster Linie aber vom Aufzuchtprogramm der vom Aussterben bedrohten und in freier Wildbahn nicht mehr anzutreffenden Arten, beeindruckt.

Im Beisein von Bürgermeister Matthias Baaß stellte Michael Haas aus dem Vorstand des Vereins Vogelpark mehrere Programme vor, mit denen sich die Verantwortlichen und die Helfer neben den täglichen Aufgaben der Tierpflege beschäftigen. Dabei beklagte sich Haas, dass der Verein immer wieder kontaktiert wird, wenn irgendwo ein Vogel gefunden wird: „In der Brutzeit von März bis Juli kommen fast täglich Anrufe mit teilweise verärgerten Mitbürgern, die nicht verstehen wollen, dass wir nicht jedes Vögelchen aufnehmen können. Da ist viel Aufklärungsarbeit notwendig.“ Es habe sogar schon Anrufe der Wiesbadener Polizei gegeben, die Tiere abgeben wollten. „Hier könnte eine zentrale Auffangstation im Kreis Abhilfe schaffen“, regte Haas an.

Enge Kooperationen

Beim Rundgang durch den Park klärte der Vogelexperte über die zahlreichen Programme zum Artenschutz auf. Niederschwellig arbeite man mit anderen Züchtern zusammen, um aussterbende Haustierrassen wie das Deutsche Lachshuhn, die Cröllwitzer Pute oder Pommern-enten zu erhalten. „Der Vogelpark zählt seit Jahren zu den Vorzeigeeinrichtungen in Viernheim und wird von der Stadt so gut es geht unterstützt“, erklärte Baaß mit Stolz.

Internationale Tragweite haben dagegen die Zuchtprogramme des Balistar, von dem auf Bali zuletzt nur noch 20 Exemplare gesichtet wurden. In Viernheim werden aktuell zwei Paare betreut, in enger Zusammenarbeit mit dem Kölner Zoo. Die im Rahmen des Artenschutzprogramms „Silent Forest“ gezüchteten Beos (wir berichteten) gehen größtenteils an den Vogelpark Marlow, der die Tiere selbst in sein Zuchtprogramm aufnimmt, um Inzucht unter den Tieren zu vermeiden. Darüber hinaus arbeite man eng mit dem Vogelpark Waldbrück zusammen, um abgegebenen Papageien ein neues zu Hause zu vermitteln.

„Ich bin im Kreis ja viel unterwegs, aber das erste Mal im Vogelpark. Hier gibt es ideale Bedingungen, um die Tiere aus nächster Nähe kennenzulernen. Ich komme bestimmt wieder“, zeigte sich Karsten Krug beeindruckt vom Engagement im Viernheimer Vogelpark. JR

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