Viernheim

Fußball Turnier der Kindergärten feiert 20-jähriges Bestehen / 260 Teilnehmer aus 13 Tagesstätten / Spiel zwischen Bambini und Erziehern als krönender Abschluss

Alle rennen einem Ball hinterher

Archivartikel

Viernheim.Schiedsrichter Matthias Baaß hat gerade die Nachspielzeit angesagt, da starten die Bambini zum letzten Angriff. Geschickt dribbeln sie die Erzieher aus, dann schießt einer der kleinen Fußballer scharf aufs Tor. Der Ball zappelt im Netz, Erzieherin Alina im Tor hat keine Abwehrchance. Der Bürgermeister pfeift sofort die Partie ab, und die kleinen Kicker jubeln über den 2:2-Endstand.

Das Spiel zwischen den Erziehern der verschiedenen Kindergärten und den Bambini ist wie immer der krönende Abschluss beim Kindergartenfußballturnier. Seit 20 Jahren kommen die Teams aus den Viernheimer Tagesstätten ins Stadion an der Lorscher Straße, um gegeneinander Fußball zu spielen. Und wie immer werden die Tore nicht gezählt, Ergebnisse sind zweitrangig. Alle Kinder sind Sieger, egal ob sie als Spieler auf dem Feld stehen oder als Cheerleaders vom Spielfeldrand aus anfeuern. Deshalb bekommen alle 260 Teilnehmer auch eine große Medaille mit blau-grünem Band, die sie stolz um den Hals tragen.

Vor der Siegerehrung bringt jeder Kindergarten eine Holztafel, die zuvor in der Tagesstätte individuell gestaltet wurde. Da ist ein Fußballfeld aufgemalt, ein Trikot, bunte Bälle oder sogar eine Arche Noah. Diese einzelnen Teile werden zu einem großen Bild zusammengefügt, das auf das 20-jährige Bestehen des Kindergartenturniers hinweisen soll.

„Das Kindergartenturnier war eines meiner ersten Turniere, das hat so Spaß gemacht“, erinnert sich Linette Hofmann an ihre fußballerischen Anfänge. Inzwischen Juniorennationalspielerin, ist die 14-Jährige diesmal als Schiedsrichterin im Einsatz. „Ich helfe gerne mit, weil ich es super finde, dass es dieses Turnier für Kindergartenkinder gibt. Und die Mädchen und Jungen haben so viel Spaß“, meint Linette Hofmann mit Blick auf die drei Spielfelder.

Das Bild dort hat sich in den vergangenen 20 Jahren nicht verändert. „Es ist immer wieder herrlich, wenn alle zusammen dem Ball hinterher laufen“, freut sich Frank Schenkel über das „ballorientierte Spiel“ der Kindergartenkinder. Meistens rennt die ganze Mannschaft geschlossen dem Ball hinterher, nur der Torwart bleibt in seinem Kasten stehen.

Der Mädchenfußballkoordinator des TSV Amicitia kann sich auch an lustige Begebenheiten erinnern: „Einmal waren die Teams so vertieft, dass sie gar nicht gemerkt haben, dass sie nicht mehr auf ihrem Spielfeld sind. Da standen dann vier Mannschaften auf dem anderen Platz.“ Die Schiedsrichter Herbert Schmid, Karl Ott, Martin Bucher, Michael Oetzel, Christoph Grochola, Luis Hertlein, Cedric Feddeck, Linette Hofmann und Emma Usler haben also alle Hände voll zu tun, um die eifrigen Kicker im Zaum zu halten. Mehrere Spielrunden stehen an, damit alle 15 Mannschaften mehrmals zum Einsatz kommen.

Initiator Christoph Wunderle

Zum 20. Kindergarten-Turnier sind alle 13 Tagesstätten gekommen: St. Hildegard und Maria Ward mit zwei Teams, dazu Johannes XXIII., St. Michael, Arche Noah, Gänseblümchen, Kleeblatt, Kinderdörfel, der Waldkindergarten, Kapellenberg, Pirmasenser Straße, Kirschenstraße, und das Entdeckerland. „Die Resonanz war von Anfang an hervorragend, es kam nicht oft vor, dass Kindergärten gefehlt haben“, berichtet Christoph Wunderle. Er hatte zusammen mit Dieter Höflich die Idee zu dem Turnier und organisiert es immer noch, inzwischen zusammen mit Frank Schenkel, Michael Oetzel und Heike Hofmann.

Aus 20 Jahren Kindergartenturnier hat der „Erfinder“ viele Erinnerungen – an selbstbemalte Trikots, an tolle Cheerleadertänze oder an die Aktionen zu den Weltmeisterschaften, als die Teams in den Trikots der WM-Teilnehmerländer aufliefen. Im Gedächtnis geblieben ist Wunderle auch, wie der langjährige Jugendtrainer Ciro Sacco sich als Schiedsrichter für die Kleinen eingesetzt hat: „In einem Jahr war eine Mannschaft so unterlegen, da hat „Gino“ geholfen und für dieses Team den Ball immer ganz nah ans Tor gelegt, damit die Kinder auch mal treffen.“ Nicht nur wegen solcher Aktionen wurde das Turnier vor fünf Jahren in Ciro-Sacco-Gedächtnisturnier umbenannt.

Mit bunten Luftballons schicken die Kinder am Ende einen Gruß in den Himmel. Für sie wird das Turnier genauso in Erinnerung bleiben wie für über 4000 Viernheimer Kinder in den vergangenen 20 Jahren.

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