Viernheim

Bildung Volkshochschule feiert 70-jähriges Bestehen mit Aktionstag auf der Sommerbühne / Vorstellung der Kurse und Auftritte von Musikschulgruppen

Angebot einer „aufgeschlossenen Stadt“

Archivartikel

viernheim.Die Stadt habe sich in den vorangegangenen Jahren als „äußerst jung, aufgeschlossen, aufnahmebereit und unternehmungslustig“ gezeigt. Deshalb stelle die „Volksbildungsarbeit eine Notwendigkeit für Viernheim“ dar. So äußerte sich der frühere Bürgermeister Lorenz Neff anlässlich der Gründung der Volkshochschule (VHS) am 8. Januar 1949 in den Viernheimer Mitteilungen, dem damaligen Amtsverkündungsblatt. Die Festrede bei der Gründungsversammlung im Ratskeller hielt Professor Geiler, sie stand unter dem Motto „Das Problem Europa“.

Für den jetzigen Bürgermeister Matthias Baaß ist dies ein „bemerkenswerter Anfang“, viele Aussagen von damals träfen auch auf die heutige Zeit zu. „Es ist schon überraschend, dass in Viernheim nur vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs an Fortbildung gedacht wurde. Damals hatten die Menschen sicher ganz andere Probleme“, sagte Baaß bei einem Pressegespräch zum 70-jährigen Bestehen der VHS.

Trotz der nicht gerade optimalen Voraussetzungen in der Anfangszeit habe sich die Viernheimer Volkshochschule hervorragend entwickelt, weil sie immer auf der Höhe der Zeit gewesen sei und Veränderungen mit vollzogen habe, lobte der Bürgermeister die handelnden Personen von Einst und Jetzt.

Unterbringung im Festsaal

Unter dem ersten VHS-Leiter, Studienrat Hans Friedel, zog die Bildungseinrichtung 1951 in den Festsaal der Gaststätte „Zur Vorstadt“ in der Lorscher Straße. Dort gab es Ballettstangen und Spiegel der Ballettschule Heidt, einen Flügel, ein kleines Fotolabor, eine Bücherei sowie Vorraum und Toiletten. Seit 1973 ist die Volkshochschule im Viernheimer Bürgerhaus beheimatet und bietet dort und in anderen Räumen derzeit gut 350 Kurse an, die von mehr als 1300 Teilnehmern besucht werden.

„Unsere Volkshochschule ist stets mittendrin in der Gesellschaft und passt sich immer neuen Herausforderungen an. In den sieben Jahrzehnten war das Angebot der Volkshochschule stets bürgernah und orientierte sich an den Wünschen und Interessen der Bevölkerung“, betonte Bürgermeister Baaß. Dementsprechend soll auch der Geburtstag gefeiert werden, nämlich mitten in der Stadt und mit allen interessierten Bürgern. Hierfür bietet die Sommerbühne auf dem Rovigo-Platz nach Meinung der Verantwortlichen den perfekten Ort. Zu deren Abschluss soll am Sonntag, 11. August, ein abwechslungsreiches Programm geboten werden.

Der neue VHS-Leiter Horst Stephan hofft auf großes Interesse seitens der Bevölkerung, „denn wir möchten möglichst vielen Viernheimern unsere Angebote präsentieren. Natürlich werden wir auch eine ausführlichen Blick in die Geschichte werfen. Es wäre schön, wenn sich einige Zeitzeugen aus den Anfangsjahren melden und über ihre Erfahrungen und Erlebnisse berichten würden.“

Vom Nachmittag bis in die Abendstunden gibt die Volkshochschule einen Überblick über ihr vielfältiges Programm – von Gymnastikkursen über EDV-Beratung und Kreativ-Angebote bis hin zu Sprachunterricht. Dazu gibt es Tanzdarbietungen und Live-Musik. Zur Umrahmung des Festes treten am Abend mehrere Ensembles der städtischen Musikschule auf. Zu hören sind Monday Noon Orchestra, Jazz-Nuts und Banda Nova.

Bürgermeister Lorenz Neff betonte in seinem Aufruf zur VHS-Gründung: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!“ Die allgemeine Erkenntnis, dass Wissen Macht sei und das Vorhaben, das allgemeine Bildungsniveau anzuheben, habe die Stadtverwaltung dazu veranlasst, die Volkshochschule ins Leben zu rufen.

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