Viernheim

Soziales Jugend- und Drogenberatung Prisma bietet Sprechstunde in der Vesperstube an / Sozialarbeiterin besucht Brennpunkte

Anlaufstelle für Abhängige

Archivartikel

Viernheim.„Im Sozialzentrum wird Menschen in Not geholfen. Dazu wurden mehrere Kooperationen geschlossen. Jetzt kommt mit der Suchtberatung ein Angebot hinzu, das gut zu unserer Philosophie passt“, erklärte Herbert Kohl. Der Gemeindereferent der Pfarrei St. Hildegard-St. Michael würdigte bei einem Pressegespräch in der Vesperstube die Zusammenarbeit mit der AWO-Jugend- und Suchtberatung Prisma. Caroline Pupp, Diplom-Sozialarbeiterin und zertifizierte Anti-Aggressivitäts-Trainerin (AAT), wird künftig einmal im Monat, dienstags von 14 bis 16 Uhr, vor Ort eine offene Sprechstunde anbieten. Erster Termin ist der 19. Juni.

Pupp ist seit Februar als Streetworkerin in Viernheim unterwegs und hat die Brundtlandstadt dabei zu schätzen gelernt. Die Art der Menschen sei sehr angenehm, und eine ähnlich gute Vernetzung verschiedener Institutionen habe sie bislang noch nicht erlebt. „Da kenne ich ganz andere Verhältnisse“, erklärte Caroline Pupp. An Arbeit wird es der Beraterin in Viernheim vermutlich nicht mangeln. Ihre Zielgruppe sind die Konsumenten von Alkohol und Drogen, aber auch deren Angehörige. Derzeit nehmen im Monat gut 100 Personen ihre Dienste in Anspruch, Tendenz steigend.

Büro in der Wasserstraße

AAT-Trainerin Pupp sitzt aber nicht nur in ihrem Büro bei der Arbeiterwohlfahrt in der Wasserstraße oder im Sozialzentrum, sie besucht auch die Brennpunkte in der Stadt wie den Spitalplatz oder verschiedene Spielplätze. Die Sozialarbeiterin kümmert sich um die Sorgen und Nöte der Abhängigen und versucht für diesen Personenkreis einen geeigneten Treff zu finden. „Dafür gibt es schon einige Überlegungen, es ist aber nicht ganz einfach“, sagte Caroline Pupp. In der Zusammenarbeit mit dem katholischen Sozialzentrum sieht die AAT-Trainerin eine gute Möglichkeit der ungezwungenen Kontaktaufnahme. „Der erste Schritt ist bekanntlich am schwersten. Das Café und die Vesperstube sind bestens dazu geeignet, miteinander ins Gespräch zu kommen“, so Pupp. „Auf Wunsch ist auch eine diskrete Beratung im Büro möglich.“

Betroffene sollten die ehrliche Absicht haben, dem Teufelskreis zu entfliehen, betonte die Sozialarbeiterin. Nur dann könnten ambulante oder stationäre Behandlungen wirklich helfen. Im Anschluss sei eine entsprechende Nachsorge möglich. Besonders groß ist das Rückfallrisiko laut Caroline Pupp, wenn der frühere Freundes- und Bekanntenkreis wieder ins Spiel komme.

„Die Vesperstube des Sozialzentrums Viernheim ist ein Ort der Begegnung für alle. Hier ist jeder willkommen. Es gibt Kaffee und Kuchen zu günstigen Preisen, und man kann nette Gespräche führen und Leute kennenlernen“, sagte Herbert Kohl. Für das zustätzliche Angebot sei der Ort bestens geeignet.

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