Viernheim

Tag des Friedhofs Gäste informieren sich am Waldrand über viele Facetten der Bestattungskultur

Auch das Lachen gehört dazu

Viernheim.„Der Friedhof: Leben – Lachen – Freude“ – ein Paradoxon oder eine Provokation? Das fragt man sich schon, wenn man das Motto des Tags des Friedhofs 2018 liest. Seit 2001 wird dieser Tag vom Bund deutscher Friedhofsgärtner und dessen regionalen Mitgliedern bundesweit durchgeführt. In Viernheim fand er seit 2007 nun zum vierten Mal auf dem Waldfriedhof statt.

Mit Vorträgen, Meditationen, Informationsständen und Ausstellungen sowie Führungen durch die Einrichtungen des neuen Friedhofs hatten der Hospizverein und das Friedhofsamt für diesen Tag ein umfangreiches Programm organisiert.

Passend zum Motto bestand der musikalische Auftakt und Höhepunkt aus dem Auftritt der bekannten Sängerin und Liedermacherin Joana (Johanna Emetz) mit musikalischer Begleitung durch Adax Dörsam. Joana ist Trägerin das Mannheimer Bloomaulordens von 1994.

Schirmherr Matthias Baaß

Die Schirmherrschaft über den Tag des Friedhofs hatte Bürgermeister Matthias Baaß übernommen. In seiner Begrüßungsrede stellte er fest: „Auf diesem Friedhof, auf beiden Friedhöfen ist den Tag über ganz schön was los – an Werktagen und an Sonntagen - viel Leben so nahe beim Tod. Schon früh am Morgen und auch spät am Abend. Hier treffen sich die Lebenden und die Verstorbenen – Leben und Tod“.

Der Friedhof sei ein Kontrapunkt der Ruhe zur ganzen Schnelllebigkeit drumherum. Ja, und da kann auch das Lachen dazugehören, gerade dann, wenn man sich erinnert an Begebenheiten, an gemeinsame Erlebnisse mit der oder dem Verstorbenen. Ausdrücklich dankte er Dorothee Gassenferth, der Vorsitzenden des Hospizvereins, für die Organisation sowie der Bürgerstiftung für ihr finanzielles Engagement. Weitere Sponsoren waren der gemeinnützige Verein „Chaiselongue Kunst und Soziales“ sowie Christine und Barbara als Privatpersonen.

Joana, in Mannheim aufgewachsen, und öfter in den Kurpfälzer Dialekt verfallend, begeisterte das in sengender Sonne mitgehende Publikum. Meisterhaft von Adax Dörsam mit verschiedenen Zupfinstrumenten (so eine seltene Harfencister) begleitet, sang sie besinnliche („Eine Sekunde der Ewigkeit“), lustige („Ich hab mein Handy vergessen“) oder Mut machende („Am Ende der Nacht wird’s wieder hell.“) Chansons und Lieder. Besonders auch ihre Hommage an Marlene Dietrich „Abschied von Marlene“ wurde vom Publikum mit anhaltendem Applaus bedacht. Auf ihr Liedprogramm abgestimmt, trug sie auch besinnliche Gedichte (zum Beispiel „Herbstgedicht“ von Christian Morgenstern oder „Als mir die Zeit entgegenkam“ von Wilhelm Busch) vor.

Hinter den Kulissen

Das weitere Programm wurde von einer Führung des Leiters des Stadtbetriebs Viernheim, Rainer Kempf, „Hinter den Kulissen“ durch die Aufbahrungs- und Kühlräume des Friedhofs begonnen.

Anschließend folgte der Vortrag von Andreas Morgenroth vom Verband für Gedenkkultur „Friedhöfe auf neuen Wegen“. Als Alternative zu einem kirchlichen Trauergottesdienst stellte die freie Trauerrednerin Ursula Oeßelmann eine nicht kirchengebundene Trauerzeremonie vor ihrem Zelt vor. Dies gibt es sowohl in allgemein christlichen als auch in naturbezogenen Varianten. Diese beinhalteten poetische Elemente sowie Live-Musik der Sängerin Sandra Patsis als auch Musikstücke, welche von Volker Hafner auf dem E-Klavier gespielte wurden („Ave Verum, W. A. Mozart, „Nimrod“, Edward Elgar, „Air“ J. S. Bach.).

Zum Abschluss des Tags des Friedhofs hielt Pfarrer Klaus Traxler von der evangelischen Christusgemeinde einen besinnlichen Gottesdienst mit musikalische Begleitung.

Neben den Veranstaltungen hatten Viernheimer Bestattungsinstitute (Lahres, Rampp, Schlosser) ihre Informationszelte aufgebaut, um die zahlreichen Besucher an diesem Aktionstag über einzelne Bestattungsformen und diverse Trauerzeremonien zu beraten.

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