Viernheim

Schulfest Humboldtschüler stellen Ergebnisse ihrer Projektarbeit zu Natur und Umwelt vor / Fußballturnier und Versteigerung eines Gemäldes

Auf den Spuren des großen Forschers

Archivartikel

Viernheim.Eine kleine Pinguin-Figur, gerade einmal etwa sechs Zentimeter hoch, macht auf ein großes Projekt aufmerksam. Die Alexander-von-Humboldt-Schule (AvH) hat die Patenschaft für einen Humboldt-Pinguin im Frankfurter Zoo übernommen.

Beim Schulfest zum Abschluss der Projekttage werben Schüler für die Patenschaft und zeigen Bilder der Tiere aus dem neuen Zoo-Gehege, das sie besucht haben. Zur Finanzierung der Patenschaft dienen die kleinen Pinguin-Figuren, die gegen eine Spende abgegeben werden. Die Figuren sind etwas Besonderes, es sind nämlich Einzelstücke: „Die Pinguine stammen aus dem 3D-Drucker“, berichtet Lehrer Michael Quirmbach, der das Patenprojekt angestoßen hat. Pro Rohling braucht der Drucker etwa sechs Stunden, dann wird er von Schülern naturgetreu bemalt.

Der Humboldt-Pinguin soll die Verbindung zum Namenspatron der Schule symbolisieren, der vor 250 Jahren geboren wurde. „Wir haben das Schulfest deshalb auch unter das Motto Alexander von Humboldt gestellt“, berichtet Michael Quirmbach, dass man verstärkt auf das Leben und Wirken Humboldts schauen wollte.

„Viele Projekte haben diesen Gedanken aufgegriffen und sich mit der Natur und Umwelt, mit Botanik oder Zoologie beschäftigt“, sagt der Lehrer und deutet auf die vielen Infostände. Die Schüler, die die Projekte jahrgangs- und schulzweigübergreifend gewählt haben, präsentieren, was sie in drei Tagen erarbeitet, erfahren oder erlebt haben.

Auf den Spuren Alexander von Humboldts begaben sich die Schüler ins „Dschungelcamp“, untersuchten Pflanzen und deren Bestandteile oder versuchten sich am Mikroskopieren. Auf das eigene Umweltbewusstsein machen die Stände der Jugendlichen aufmerksam, die sich mit Müll, mit Recycling oder Upcycling befasst haben.

Biologisch abbaubare Schalen

Eine Gruppe hat Kosmetik aus Naturprodukten hergestellt, ganz ohne Erdölprodukte als Zutaten. Lippenbalsam, Badesalz und Creme sind sogar in biologisch abbaubare Schalen aus Maisstärke verpackt.

Und immer wieder findet man den Pinguin – auf Leinwand gemalt, auf Fotos oder an der Säule. Da braucht man schon einen zweiten Blick, ehe man in dem Regenbogenmuster die gefalteten Pinguine erkennt. Über 1750 gefaltete Tiere sind dort aufgeklebt. Orientiert an der Legende der japanischen Origami-Kraniche falten die Humboldtschüler und die Schulfest-Gäste Pinguine aus buntem Papier – damit ein Wunsch in Erfüllung geht.

Andere Projekte haben sich mit der Kunst von Klee und Kandinsky beschäftigt oder mit dem mexikanischen Kult zum „Tag der Toten“, mit kleinen Totenschädeln aus Zucker. 15 Schüler bereiteten die nächste Verlegung von „Stolpersteinen“ vor. Sie recherchierten im Museum über das Schicksal der Viernheimer, die in der NS-Zeit verfolgt, ermordet oder vertrieben wurden.

Beim Schulfest gibt es aber auch ganz andere Aktionen wie das Fußballturnier. Auf dem Pausenhof ist das Feld, mit Bande und Fangnetz, aufgebaut. Schon am Nachmittag treten die Klassen – immer mit vier Spielern pro Team auf dem Platz – gegeneinander an. Zu den Halbfinals und dem Endspiel haben sich dann viele Zuschauer eingefunden und feuern die Teams an – vor allem die Mannschaften, die gegen das Lehrerteam spielen.

Ein weiterer besonderer Programmpunkt ist eine Versteigerung. Wie ein amerikanischer Auktionator bringt Michael Quirmbach ein Bild der Künstlerin Christiane Doran unter den Hammer. Eine Mutter bekommt den Zuschlag für das Gemälde, die Summe von 117 Euro geht an den Förderverein der Alexander-von-Humboldt-Schule. Das Bild zeigt übrigens keinen Pinguin, sondern heißt „Der Hase“.

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