Viernheim

Kirche Mitglieder des Walldürn-Wallfahrtsvereins sammeln eifrig Kilometer für die Aktion Stadtradeln

Auf den Spuren von Pater Alfred Delp

Archivartikel

Viernheim.Auf die Spuren von Pater Alfred Delp begaben sich Mitglieder und Freunde des Walldürn-Wallfahrtsvereins bei einer Radtour in die Umgebung. Der Ausflug bildete den Abschluss der Aktion Stadtradeln, bei der die Viernheimer Bürger aufgerufen waren, Kilometer zu sammeln und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Aufgrund der Corona-Krise war die traditionelle Fußwallfahrt nach Walldürn abgesagt worden. Der Vorstand hatte sich aber überlegt, Alternativen anzubieten, die das geistliche Leben bereichern und sich auch unter Corona-Bedingungen durchführen lassen. Bereits zum 100. Geburtstag Alfred Delps im Jahr 2007 hatten die Pfarrgemeinden eine ähnliche Tour angeboten.

Geistliche Impulse

Diese Idee griffen Lotte Gutperle-Minich, Vorsitzende des Vereins, und Mitglied Michael Haas anlässlich des 75. Todestags von Pater Delp auf. Die geistlichen Impulse auf der Tour ließen sich gut mit den ökologischen Gedanken zum Stadtradeln verbinden. Elf Teilnehmer legten jeweils 42 Kilometer für Viernheim zurück. Startpunkt war das Wallfahrerdenkmal hinter der Apostelkirche, wo das Leben Alfred Delps vorgestellt wurde. Außerdem wurde aus einem Brief an sein Patenkind vorgelesen: „Das habe ich mit gefesselten Händen geschrieben, die vermache ich Dir nicht, aber die Freiheit, die die Fesseln trägt und in ihnen sich selbst treu bleibt, sei Dir schöner und zarter und geborgener geschenkt.“

Dieses Zitat und das Bild der gefesselten Hände begleitete die Teilnehmer während der ganzen Tour. Nach den Wasserwerken in Mannheim, der Geburtsstadt Delps, steuerte die Gruppe die Gedenktafel zur kampflosen Übergabe der Stadt an die US-Armee an. An der Konzentrationslager-Gedenkstätte Sandhofen wurde in eindrücklichen Texten das Leben und Sterben der KZ-Häftlinge geschildert. Nach einer kurzen Rast fuhren die elf Viernheimer am Rhein entlang weiter nach Lampertheim, wo Pater Delp aufwuchs.

Der dortige Pfarrer Christian Rauch schilderte in der Pater-Delp-Kapelle sehr eindrücklich Stationen aus dem Leben und Wirken des Paters, dessen einzige „Schuld“ darin bestand, im Kreisauer Kreis über eine neue soziale Ordnung nach Ende der Nazi-Diktatur nachzudenken. Das war im Februar 1945 ausreichend für ein Todesurteil durch den Volksgerichtshof unter Roland Freisler. In Hüttenfeld, wo der Vater Delps bei der Ortskrankenkasse tätig war und der junge Alfred seine ersten Lebensjahre verbrachte, wurde die Tour mit einem kleinen geistlichen Impuls abgeschlossen. Zum Text aus dem Buch „Alfred Delp – Held gegen Hitler“ passte das Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der wie Alfred Delp sein Leben im KZ verloren hat.

Maria Wanka und Leni Haas sorgten vor Ort für einen kräftigen Imbiss, so dass die Teilnehmer anschließend gestärkt und bewegt von den Eindrücken nach Viernheim zurückradeln konnten. su

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