Viernheim

Kirche Rund 60 Viernheimer Wallfahrer bewältigen in vier Tagen auf dem Weg nach Walldürn und zurück 80 Wanderkilometer

Auf der Suche nach dem Frieden

Viernheim.117 862 Schritte zum Frieden – vier Tage lang waren gut 60 Viernheimer Wallfahrer zur Heilig-Blut-Wallfahrt nach Walldürn und zurück. Sie legten fast 80 Wanderkilometer über die Hügel und Täler des badischen, hessischen und bayrischen Odenwalds zurück. Die Walldürn-Wallfahrt stand in diesem Jahr unter dem Motto „Suche den Frieden und jage ihm nach“, unter dem Eindruck der aktuellen Nachrichten aus der ganzen Welt ein mehr als wichtiges Thema.

Das bei einem Workshop des Wallfahrtsvereins neu gegründete Pastoralteam um die bewährten Wallfahrtsführer Eberhard Schmitt-Helfferich und Sabine Eberle hatte ein entsprechendes Programm zusammengestellt. Am Freitag befassten sich die Wallfahrer mit dem „Frieden in und mit mir“, am Samstag mit dem „Frieden in und mit der Welt“, am Sonntag mit „Gottes Frieden“ und am Montag mit der „Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung“. Die Gesamtverantwortung der Wallfahrt 2018 lag in Händen der neuen Vereinsvorsitzenden Lotte Gutperle-Minich, die auch gleich alle Hände voll zu tun hatte.

So musste neben der üblichen Organisation ein Filmdreh mit dem SWR am Märzenbrünnle koordiniert werden. Die Wallfahrer wurden von einem Logistikteam um Andrea Amend betreut, das sich um Zimmer, Koffer und das leibliche Wohl sorgte. Wichtiger Punkt bei der viertägigen Wallfahrt war bei den Teilnehmern auch eine Reflexion zu den Ergebnissen des Workshops und zu neuen Ideen für die Zukunft der Viernheimer Wallfahrt.

Von Hammelbach aus führte die erste Tagesetappe zu Fuß über Erbach nach Boxbrunn ins St.-JosefHaus. Am zweiten Tag gingen die Viernheimer Pilger den Weg über Amorbach und Rippberg. Zum Gottesdienst in Amorbach waren auch die Radfahrer mit Gemeindereferent Herbert Kohl eingetroffen (wir haben berichtet). Die Fußpilger erreichten den Mittelpunkt der Wallfahrt wenig später: den Heilig-Blut-Altar in Walldürn. Die Wallfahrt geht auf ein Geschehen im Jahre 1330: Priester Heinrich Otto stieß der heiligen Messe versehentlich den Altarkelch um. Der Wein ergoss sich auf das darunterliegende Leinentuch und es zeichnete sich das Bild des Gekreuzigten. Nach der Pilgermesse in der Basilika stand die Ehrung der Jubilare an.

Mit Monika Dantscher (55 Teilnahmen) und Rita Lamberth (35 Teilnahmen) konnten zwei „Urgesteine“ der Viernheimer Wallfahrt geehrt werden, was die Wallfahrtsteilnehmer dann auch bei einem kleinen Sektumtrunk feiern konnten. Da war das Wetter auch noch gut, aber am Montag erwischte ein Starkregen gleich hinter Boxbrunn die Fußwallfahrer. „In den Wanderschuhen und Rucksäcken staute sich das Wasser, wir waren nass bis auf die Haut“ berichtet Michael Haas. Die Mittagspause in Erbach wurde etwas ausgedehnt, damit die Kleidung halbwegs trocknen konnte. Mit dem Kreuzweggebet ging es dann den Berg hinauf nach Elsbach und rüber zum Mossautal, doch Blick zum Himmel verhieß nichts Gutes. Durch die Hochebene wanderten die Pilger wie die Israeliten durchs Rote Meer: Rechts und links bauten sich dunkle Gewitterwolken auf, dazwischen ließ es sich einigermaßen sicher und trocken laufen.

Vor Hiltersklingen fing es wieder an, zu regnen, und während der Kaffeepause wurden Regen und Gewitter immer heftiger. Kurzerhand entschied das Pastoralteam, den Bus nach Hiltersklingen zu holen und nicht im Unwetter bis Grasellenbach weiterzugehen. Vom ungeplanten Ende der Viernheimer Wallfahrt ließen sich die Teilnehmer aber die Laune nicht nehmen und feierten nach der Busankunft an der Michaelskirche den schlussgottesdienst.

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