Viernheim

Jubiläum Stadt informiert zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Silly über lokales Engagement / Austausch mit Bürgermeistern und Landräten

Baaß schwärmt vom Viernheimer Vorzeigeprojekt

Archivartikel

Viernheim.„Wenn andere es uns nachmachen würden“, sagt Bürgermeister Matthias Baaß, „das wäre mein Traum!“ Denn 25 Jahre nach dem Start der Städtepartnerschaft mit Silly in Burkina Faso ist er begeistert von dem Ergebnis. „Unsere Zusammenarbeit ist ein bundesweites Vorzeigeprojekt“, sagt er und gerät ins Schwärmen: Ein „Leuchtturm“ sei Viernheim in dieser Hinsicht, „mehr als Bundesliga“ sei das Niveau der Kooperation mit der afrikanischen Kommune. Ein Grund zum Feiern – und zum Weitergeben dieses Expertenwissens.

Deshalb hat die Stadt gemeinsam mit dem Verein Focus entschieden, das Jubiläum der Städtepartnerschaft nicht mit einer klassischen Akademischen Feier zu begehen. Stattdessen luden sie Bürgermeister und Landräte aus der ganzen Region sowie alle interessierten Viernheimer dazu ein, sich im Bürgerhaus über Möglichkeiten zu informieren, wie auch sie sich entwicklungspolitisch engagieren können. „Wir wollen die Idee weitertragen und haben dazu ganz bewusst das Jubiläum gewählt“, erklärt Baaß.

Focus weist auf Erfolge hin

Schon am Donnerstagmittag geht es los. 15 Bürgermeister und Landräte aus dem Kreis Bergstraße und der weiteren Region kommen ins Bürgerhaus. Dort erfahren sie, welche Fördermöglichkeiten sie beim Staat beantragen könnten, wenn sie selbst eine Städtepartnerschaft eingehen wollen. Was sich damit so alles in einem Land wie Burkina Faso bewirken lässt, erklärt Focus-Vorsitzender Klaus Hofmann anhand der Erfolge in Silly. Welche Pläne Viernheim und Silly haben, berichtet Philipp Granzow vom Brundtlandbüro, der gemeinsam mit Focus und Silly ein Klimaschutzprogramm entwickelt hat – und zwar für die nächsten Jahrzehnte. Voller Ideen und Infos gehen die Gäste schließlich nach Hause. Und voller Nachahmungswillen. „Viele der Bürgermeister haben zu mir gesagt, dass sie diesen Infotag toll fanden“, sagt Baaß. „Und dass sie es uns nachmachen wollen.“

Wie jeder einzelne Bürger sich für eine vereinte Welt einsetzen kann, erfahren interessierte Viernheimer dann am Abend im Bürgerhaus. Schwungvolle Trommelklänge machen schon zu Beginn Lust auf eine Reise nach Afrika. Dass Einzelpersonen oder Gruppen leicht echte Erfahrungen in Entwicklungsländern sammeln oder dort Projekte starten können, lernen die Besucher zum Beispiel aus einem Vortrag von Engagement Global und an Infoständen der Afrika-Vereine aus Viernheim, Ladenburg, Birkenau und Brühl. Ousseine Ouedraogo, der städtische Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik, macht klar, wie wichtig das Engagement jedes einzelnen ist. „Wenn ich die Verhältnisse in Burkina Faso sehe, bin ich tief betroffen – obwohl ich selbst aus Afrika komme. Es ist klar, dass wir uns dort engagieren müssen.“ Die Viernheimer Städtepartnerschaft sei der richtige Weg: „Solche Ansätze brauchen wir.“

Möglich sei das alles aber nur mit Hilfe engagierter Bürger, sagt Baaß, vor allem mit Blick auf den Verein Focus. „Die Bereitschaft, viel Zeit zu investieren, ist bei diesen Vereinsmitgliedern riesig, manchmal erscheint sie mir unermesslich“, betont er – und macht aus der Infoveranstaltung dann doch noch eine kleine Jubiläumsfeier, indem er die Focus-Mitglieder auf die Bühne bittet, um ihnen persönlich die Hand zu schütteln: „Herzlichen Dank für Ihr Engagement!“

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