Viernheim

Komödie Schlappschnuut-Theater begeistert das Publikum mit dem Mundart-Stück „Wiwa Los Wegas“

Bankraub will nicht gelingen

Archivartikel

viernheim.Wie ihre großen Vorbilder Bonnie und Clyde träumen auch Rosi und Robert vom großen, schnellen Geld und einem Luxusleben mit Villa und Swimmingpool in „Los Wegas“. Deshalb haben sie eine Bank in Bürstadt überfallen und gerade Unterschlupf in einem heruntergekommenen Schuhlager in Muckensturm gefunden. Zuvor musste das Duo das gefährliche Gebiet um Viernheim, den „Gaza-Streifen Hessens“, durchqueren.

Dies ist die Ausgangssituation des Theaterstücks „Wiwa Los Wegas“, das das Lampertheimer Schlappschnuut-Theater auf Einladung des Stemm- und Ringclubs (SRC) im ausverkauften Bürgerhaus präsentierte. Die Schauspieler Ulrike Lotterhoß und Peter Gutschalk, beide über viele Jahre beim Ludwigshafener Prinzregententheater aktiv, begeisterten das Publikum mit einem humorvollen Boulevardstück. Mehr als zwei Stunden lang unterhielten sie die Besucher in Kurpfälzer Mundart und überzeugten dabei mit Gesangs- und Tanzeinlagen.

In ihrem Versteck angekommen, hören Rosi und Robert die Nachrichten in ihrem Radio. Dabei wird von einem Bankraub in Bürstadt berichtet, bei dem die Täter durch die Verwechslung von Plastiktüten die Beute zurückgelassen hätten. Das Duo macht sich zunächst lustig über die Dummheit solcher Gangster und stellt dann schnell fest, dass sich in ihrer Tüte nur Kaffee und Dosenmilch befinden.

Minutiöse Planung

Dennoch schwärmt Robert weiter vom Leben von Bonnie und Clyde, die den amerikanischen Traum von der großen Freiheit gelebt hätten. Ein Schwachpunkt des Pärchens, so lautet seine Erkenntnis, sei die schlichte Wesensart von Rosi. Dies müsse er nun durch minutiöse Planung ausgleichen. Beim nächsten Versuch gilt es, nicht vor der Bank, sondern um die Ecke zu parken. Und Rosi solle unbedingt vorher in die Plastiktüte schauen, bevor sie diese mitnehme.

Doch nun kommt auch noch Pech dazu. Durch Rosis schlechte Navigationskünste kommen die beiden viel zu spät zu der Bank, die gerade von anderen Räubern überfallen worden ist. Schnell hecken sie in ihrem Schuhlager einen neuen Plan aus: Ins Visier nehmen sie nun die Bank in Lampertheim-Hofheim.

Als Robert seine Strumpfmaske am Eingang aufsetzt – während Rosi bei laufendem Motor im Fluchtwagen sitzt – wird es plötzlich stockdunkel. Statt reißfeste hat Rosi blickdichte Strümpfe gekauft. Zudem hat sie Roberts Pistole entladen und auch noch vergessen, das Auto vollzutanken. Auch dieser Überfall scheitert, der Wagen bleibt stehen und sie müssen zu Fuß zu ihrem Versteck zurückgehen. Ihr Gangster-Dasein wollen sie endgültig auf geben. Völlig überraschend finden die beiden dann in dem Schuhlager ein Fluchtauto und eine Plastiktüte voller Geld. Doch der von Rosi zunehmend genervte Robert möchte sein neues Glück jetzt alleine genießen.

Er versteckt das Geld in einem der vielen Schuhkartons. Doch Rosi findet die Scheine und legt sie in einen anderen Karton. Diesen nimmt sie mit, als sie von Robert zum Tanken geschickt wird. Als Robert das Fehlen des Geldes bemerkt, hat die Polizei bereits das Versteck umstellt und fordert ihn per Lautsprecher zur Aufgabe auf. „Rosi, das Glück ist mit den Dummen“, lautet sein letzter Ausruf.

Das Schlappschnuut-Theater wurde vor zehn Jahren in Lampertheim gegründet. Premiere feierte das Ensemble mit seinem neuen Stück „Wiwa Los Wegas“ am 6. April in seinem Stammhaus, dem Gasthaus „Zur Krone“. Manuela Platz hat das Stück in Kurpfälzer Mundart umgeschrieben.

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