Viernheim

Humboldtschule Podium diskutiert über die Zukunft der EU und die Bedeutung der Europaschulen

„Basis für gutes Miteinander“

Viernheim.. 25 Jahr Europaschule, das ist für die Alexander-von-Humboldt-Schule (AvH) ein Grund zu feiern und auf das Erreichte stolz zu sein. Schließlich gibt es in Hessen nur 34 Schulen mit diesem Prädikat. Was aber ist aus der Idee von damals geworden und wie geht es weiter? Damit beschäftigte sich gestern eine Podiumsdiskussion vor den Oberstufenschülern. Der Titel der Veranstaltung lautete „Quo vadis Europa?“

Der ehemalige AvH-Schulleiter Wolfgang Geisler erinnerte sich an seine ersten Jahre an der Humboldtschule, präsentierte seinen Rückblick in Form eines Märchens und nannte die AvH eine kleine, tapfere Schule im Hessenland. „Ich bin zwar nicht der Gründer der Europaschule, war aber von Beginn an von dem Gedanken begeistert. Europaschulen fördern die Dialogfähigkeit junger Menschen und stärken die Wertegemeinschaft“, sagte der Pädagoge.

Auch Petra Pedersen vom hessischen Kultusministerium sieht angesichts der aktuellen Entwicklungen auf dem Kontinent die Europaschulen als Basis für ein gutes Miteinander der Völker. „Wir müssen uns aber den Herausforderungen stellen und unsere Arbeit auf hohem Niveau fortsetzen. Dazu zählt die Lehrerausbildung ebenso wie die Verbesserung der Medienkompetenz der Beteiligten.“ Schulleiterin Cornelia Kohl freute sich bei der Begrüßung über die prominente Besetzung der Diskussionsrunde. Kreisbeigeordneter Heinz Klee, Viernheims Erster Stadtrat Jens Bolze, Wolfgang Freudenberger, Vorsitzender der Europa-Union Bergstraße, die AvH-Lehrer Silke Brauner und Michael Quirmbach, Stephan Schneider vom Kommunalen Freizeit- und Sportbüro, Petra Pedersen und Wolfgang Geisler zeigten sich dabei als überzeugte Europäer und ermutigten die Jugendlichen, sich aktiv am politischen Geschehen zu beteiligen.

Was aber sind die Ideale und Werte der Europäischen Union, lautete eine zentrale Frage. „Wenn man die Zeiten des Kalten Krieges und der Aufrüstung miterlebt hat, dann weiß man die EU zu schätzen. Viernheim habe ich als Vorreiter der europäischen Idee erlebt, das ist auch für einen Zugezogenen wie mich ein weltoffenes Städtchen“, erklärte Jens Bolze.

Stephan Schneider wies auf die vielen Städtepartnerschaften hin, die auch den Jugendlichen Kontakte zu anderen Ländern ermöglicht haben. „Die Schüler kennen nur die EU, für sie sind viele Dinge normal, die früher undenkbar waren.“ Für Wolfgang Geisler ist nicht alles gut und woanders auch nicht alles schlecht. Man brauche einfach das persönliche europäische Erlebnis, um aus den Erfahrungen zu lernen, so der frühere AvH-Chef.

Allgemeiner Tenor in der Runde war es, den Populisten keinen Raum zu geben und an Wahlen teilzunehmen. Im kommenden Jahr finden Europawahlen statt. JR

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