Viernheim

Historisches Regionale Wetter-Weisheiten sehen weit voraus

Bauernregeln fast so genau wie Prognosen

Archivartikel

Viernheim.Mehrere Wettersatteliten rund um den Globus, viele internationale Wetterstationen, die wiederum mit einem Netz von Mess-Stellen verbunden sind, sowie zusätzliche Informationen über Sonnenstunden und Regen aus der Region werden von den Wetterdiensten genutzt, um die Bevölkerung in ihrem Gebiet über das Wetter von morgen und den folgenden Tagen zu informieren. Zur Zeit sind es schlechte Informationen, die die Medien teilen, denn vom Abklingen der quälenden Hitze kann noch keine Rede sein.

Unsere Vorfahren kannten den Luxus digitaler Informationen noch nicht. Vor allem für die Arbeit der Landwirte waren Informationen über das Wetter wichtig. Entstanden sind sie durch tägliche Aufzeichnung der Wetterlage, so dass man später aus einer gewissen Wahrscheinlichkeit das Wetter für eine bestimmte Zeit voraussagen oder zumindest vermuten konnte.

So entstanden die überlieferten Bauernregeln, nach denen die Landwirte planen und arbeiten konnten. Wie man diesen bäuerlichen Wetterweisheiten entnehmen kann, hat es schlimme Hitze und lange Trockenheit auch früher schon gegeben. Trefflich schildert das die Bauernregel: „Wenn der August ohne Regen vorübergeht, das Pferd mager an der Krippe steht“. Ergänzt wird diese Betrachtung über Hitze und Trockenheit von der Bauernregel: „Der Tau tut dem August so not, wie jedermann das tägliche Brot“.

Im Gegensatz zu den aufwendigen wissenschaftlichen Wettererkundungen, die sich durchweg auf die aktuelle Wetterlage beschränken, kündigen die Bauernregeln als Folge des aktuellen extremen Wettergeschehens den Verlauf des nächsten Winters an: „Wenn’s heiß ist an Dominikus – also morgen, am 4. August –, ein strenger Winter folgen muss“.

Und im Gegensatz zu den digitalen Wettermoderatoren, die kein Wort des Trostes für das von der Hitze geplagte Fernsehvolk verlieren, verweisen die Bauernregeln nach dem Ende der Hitzeperiode auf glückliche Tage: „Mariä Himmelfahrt – 15. August – Sonnenschein, bringt Frucht und guten Wein“. In allen Stadt-und Gemeindebüchereien gibt es Aufzeichnungen über Jahrhunderte lang gesammelte Wetterbeobachtungen, aus denen dann die Bauernregeln mit meist (fast) richtiger Wettervorhersage entstanden sind. H.T.

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