Viernheim

Tischtennis Viernheimer Sportler Hermann Pfenning bringt Medaille von Senioren-WM

Bergsträßer Sportler holt Bronze in Las Vegas

Viernheim.Die Entscheidung zur Teilnahme fiel spontan, mit einem Erfolg rechnete niemand, umso größer war der Jubel über Platz drei. Tischtennisspieler Hermann Pfenning vom TV 1893 Viernheim hatte sich kurz entschlossen für die Senioren-Weltmeisterschaft in Las Vegas angemeldet und gewann an der Seite von Horst Fischer aus Eisenhüttenstadt in der Altersklasse der über 85-Jährigen die Bronzemedaille.

„Das hätte ich mir niemals träumen lassen“, strahlte der Dauerbrenner des Turnvereins nach der Rückkehr. Mit 15 Jahren hatte er mit dem Tischtennisspielen begonnen und stand in der vergangenen Saison noch bei Verbandsspielen an der Platte. Im Vorfeld der WM hatte er einen ihm bekannten Doppelpartner gefunden, denn mit Horst Fischer spielte er vor einigen Jahren schon bei den Europameisterschaften der 80-Jährigen in Bremen, wo es ebenfalls eine Bronzemedaille gab.

Duo ergänzte sich bestens

„Las Vegas kannte ich schon, denn wir waren vor Jahren schon einmal im Urlaub dort. Dort war es tagsüber sehr heiß, weshalb man sich besser in klimatisierten Räumen aufhielt“, berichtete Pfenning. „Alleine die weiten Wege auf den Flughäfen und der Zeitdruck waren anstrengend.“

Viel Zeit zum akklimatisieren blieb nicht, denn am zweiten Tag standen die Einzelwettbewerbe auf dem Programm. Gespielt wurde in einer riesigen Mehrzweckhalle, wo 250 Tische aufgestellt worden waren. Dort tummelten sich über 4100 Routiniers aus 97 Nationen, darunter einige Ex-Stars. Über 600 deutsche Spieler hatten sich gemeldet, dabei war auch der deutsche Tischtennis-Bundestrainer Jörg Rosskopf.

Für Pfenning gab es in seiner Gruppe nichts zu erben, nach zwei Niederlagen ging es in die Trostrunde. Auch in der Doppelkonkurrenz war der Start wenig erfolgversprechend, zum Auftakt wurde der erste Satz verloren. Danach lief es hervorragend. Mit einer Satzbilanz von 9:1 beendete das Duo seine Gruppe auf Platz eins. Fischer brillierte mit seinem Offensivspiel, die Stärke von Pfenning war die Defensive.

Dank der guten Bilanz erhielt das deutsche Duo im Viertelfinale ein Freilos und war für das Halbfinale qualifiziert. Im Vergleich mit den Australiern Hans Pappon und Anthony Herbert war das Endspiel das Ziel. Schnell lagen Fischer und Pfenning 0:2 in den Sätzen zurück, entschied Satz drei aber für sich. „Die Gegner haben dann clever reagiert und ihr Spiel umgestellt und deshalb verdient gewonnen“, hakte Pfenning die Niederlage ab.

Die beiden bekamen die Medaille von Dan Seemiller aus dem Organisationsteam überreicht. Seemiller ist Mitglied der Hall of Fame des US-Amerikanischen Tischtennisverbandes und gilt bis heute als erfolgreichster Spieler der Vereinigten Staaten. Er hat eine spezielle Griffhaltung entwickelt, die seinen Namen trägt: Für Vor- und Rückhand nutzt er nur eine Seite des Schlägers.

Pfenning bevorzugt genau die gleiche Schlägerhaltung. Er hatte im Vorfeld auf ein Treffen mit Dan Seemiller gehofft und war am Ende überglücklich, „denn das war ein weiterer Höhepunkt der Reise, die Bronzemedaille ist für mich Gold wert“. op/vi

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