Viernheim

Bauausschuss I Politik setzt sich mit Einwänden zur Bannholzgraben-Erweiterung auseinander / Beide Erschließungsvarianten möglich

Bürger pochen auf Grünstreifen

Archivartikel

Viernheim.„Es geht alles“, verkündet Erster Stadtrat Jens Bolze. Die frühzeitige Bürgerbeteiligung zur Erweiterung des Baugebiets Bannholzgraben habe nichts ergeben, was nicht umgesetzt werden könne. In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses beschäftigten sich die Stadtverordneten mit den Anregungen der Betroffenen und berieten die weitere Vorgehensweise.

Vier Wochen lang konnten sich die Bürger im März und April zu der vorgelegten Planung äußern. Die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange wurden ebenfalls um eine Stellungnahme zum Bebauungsplanvorentwurf gebeten. Die offengelegten Konzepte sind nicht endgültig, sondern sollen als Diskussionsgrundlage für den später aufzustellenden Bebauungsplan dienen.

„Es war eine sehr gute Resonanz mit 35 Rückmeldungen“, berichtet Baudezernent Bolze. Knapp zwei Drittel der Eingaben kam von betroffenen Bürgern aus den umliegenden Straßen, die sich mit der Entwurfsplanung auseinandergesetzt haben. Etliche Anwohner waren bei der Ausschusssitzung im Zuhörerraum, um die Diskussion über das künftige Baugebiet zu verfolgen und zu hören, wie ihre Anmerkungen von Politikern und Verwaltung aufgenommen werden.

Wie den Stellungnahmen zu entnehmen ist und die Fraktionen bei Ortsterminen erfahren haben, sind zahlreiche Bürger mit dem vorgestellten Konzept nicht einverstanden. So wiesen die Anwohner der Jakob-Beikert-Straße darauf hin, dass sie ihr Grundstück in der Annahme gekauft hätten, es bleibe auf Dauer in Stadtrandlage. Noch weniger akzeptabel ist für sie, dass der Grünstreifen, der in den ersten Entwürfen noch ihre Grundstücke vom Neubaugebiet trennte, nun wegfallen soll. Folglich würden die künftigen Häuserfronten sehr nahe an den Bestand heranrücken.

Die Stadtverwaltung hat die eingegangenen Kommentare zusammengestellt und bewertet. Manche Anregungen erforderten eine vertiefende Prüfung. „Einige Maßnahmen sind schon eingeleitet“, sagte der Erste Stadtrat, „aber es liegt noch nicht sämtliches Material vor, um eine abschließende Abwägung vorzunehmen.“ So müssten die Ergebnisse verschiedener Gutachten abgewartet werden. Die zu erwartenden Kosten für diese Untersuchungen will die Stadtverwaltung bis zur Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 17. Mai, 19 Uhr, im Ratssaal, benennen.

Kita-Neubau kann beginnen

Für die Stadtverordneten waren vor allem die Aussagen zur Verkehrsführung von Interesse. „Ich habe kein K.o.-Kriterium gelesen“, geht Bastian Kempf (CDU) davon aus, dass beide Varianten einer zusätzlichen Zufahrt – über den Alten Weinheimer Weg oder vom Wiesenweg her – realisierbar sind. „Es gibt für beide Lösungen kritische wie zustimmende Rückmeldungen“, bestätigt Petra Wagner vom Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung. Auf eine Beschluss-Empfehlung für die Stadtverordnetenversammlung konnten sich die Ausschussmitglieder nicht einigen. Die Fraktionen wollen die verschiedenen Varianten zuvor noch intern erörtern.

Auch zur Aufstellung des Bebauungsplanes für die neue Kindertagesstätte an der Walter-Gropius-Allee wurden Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange gehört. Nachdem der Landkreis Bergstraße seine Anregungen eingebracht hat, kann das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen werden. Damit steht auch dem Baubeginn wohl nichts mehr im Wege, denn noch tut sich nichts auf dem Areal am südlichen Bannholzgraben. Auf Nachfrage aus dem Gremium, ob man mit dem Kita-Projekt denn nicht in Verzug sei, antwortete Erster Stadtrat Bolze: „Ich gehe davon aus, dass die Kinder Mitte Oktober einziehen können.“

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