Viernheim

Bürger zweiter Klasse?

Archivartikel

Sybille Burmeister kritisiert fehlende Barrierefreiheit

Gemeinsam ist man stärker – gut, dass der Behindertenbeirat Lampertheim und das Viernheimer Beteiligungsforum für Menschen mit Handicap nach dieser Devise vorgehen. Es liegt noch viel im Argen in beiden Städten, und die Gremien können sich unterstützen und voneinander lernen. Der Behindertenbeirat wurde im November 2015 gegründet, das Beteiligungsforum im Mai 2018. Da gibt es für die Viernheimer viele nützliche Tipps aus der Nachbarstadt.

Gemeinsam können die Interessensvertretungen zudem politisch mehr Druck machen. Die Bekundungen, dass die Probleme von Politik und Verwaltung gesehen werden, reichen nicht. Wenn bauliche Barrierefreiheit das Ziel ist, wird’s Geld kosten. Ein wunderschönes, sauberes Behinderten-WC nutzt nichts, wenn die Tür sich nicht auf Knopfdruck öffnet. Daran wird oft nicht gedacht.

Aber es geht nicht nur um bauliche Belange. In den Köpfen muss sich etwas ändern, und der geplante „Handicap-Spaziergang“ wird hoffentlich vielen Menschen die Augen öffnen für die Bedürfnisse von Körper- und Sehbehinderten. In Viernheim empfinden sich Fußgänger allgemein, Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen oder in Rollstühlen fast als Bürger zweiter Klasse. Es fehlt allzu oft an der Rücksichtnahme vor allem von Autofahrern. Hierauf muss aufmerksam gemacht werden – am besten gemeinsam.

 
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