Viernheim

Freizeit Deutsche Schachjugend sucht die Öffentlichkeit und wirbt im Waldschwimmbad für das königliche Spiel / SC Viernheim legt Wert auf Jugendarbeit

„Chessy“ fordert Denksportler heraus

Viernheim.„Gelb stellt Matt in zwei Zügen“, sagt Lars Drygajlo und erklärt die Aufgabe an der Schachtafel. Wer davor steht, denkt sofort über die Lösung nach und probiert die Züge aus. Der Experte der Schachjugend klärt auf: „Die eigene Dame opfern und vom Turm schlagen lassen, dann steht der König beim nächsten Zug im Doppelschach.“

Vier Mitglieder der Deutschen Schachjugend sind im Rahmen der Sommertour im Viernheimer Waldschwimmbad zu Gast. Schon im dritten Jahr fahren die Vertreter durch das Bundesgebiet, um einen Tag lang Schach in den Mittelpunkt zu rücken und Werbung für den Denksport zu machen. „Wir sind dabei an öffentlichen Plätzen wie in Schwimmbädern vertreten oder nehmen an Stadtfesten teil“, erzählt Lars Drygajlo.

Zusammen mit Alia Schrader, Lukas Schnelle und Dominik Wiebe betreut er den Stand der Schachjugend im Viernheimer Freibad. Verstärkung bekommen sie von Hakan Horata und Lorenz Gottschall, den Jugendbeauftragten des Schachclubs Viernheim. Für alle Interessierten sind zahlreiche Schachbretter im Schwimmbad aufgebaut – ganz klassisch in schwarz und weiß, aber auch mit bunten Figuren. Außerdem steht mitten auf der Wiese ein großes Outdoor-Schachspiel bereit und eine kleinere Variante, auf der man Läufer, Springer und Bauer bewegen kann. Immer mittendrin ist „Chessy“. Das Maskottchen der Schachjugend sieht ein bisschen aus wie eine blaue Schachfigur mit Gesicht, erinnert aber auch ein wenig an Albert Einstein mit zerzaustem Haar. „Chessy“ schaut beim Spiel zu und verteilt Informationen zum Schach und zur Deutschen Schachjugend an die Freibadgäste.

Natürlich demonstrieren die Denksportler auch, wie es beim Schach zugeht. Bei einer Partie Blitzschach müssen sich die Zuschauer konzentrieren, um die Züge verfolgen zu können. Langsamer geht es aber nicht, denn für die Schachspieler tickt unerbittlich die Zeit auf der Schachuhr herunter. Bei jeder Sommertour-Station besuchen die Schachjugend-Vertreter auch einen ortsansässigen Verein, um dabei zu helfen, bekannter zu werden. „In Viernheim ist das aber gar nicht notwendig“, meint Lars Drygajlo lachend. Schließlich spielt der Schachclub Viernheim in der Bundesliga, hat große Erfolge seiner Spieler vorzuweisen und blickt auf ein reges Vereinsleben.

Vor allem der Nachwuchs wird bei den Denksportlern gefördert. „Gerade erst ist unser Sommerferiencamp für Vereinsmitglieder zu Ende gegangen“, erzählt Lorenz Gottschall. Rund 15 Kinder und Jugendliche nehmen derzeit am Training des Vereins teil. Viele kommen über die Arbeitsgemeinschaften in den Schulen zum Schachclub. „Es gibt AGs in drei Grundschulen sowie in der Alexander-von-Humboldt- und der Albertus-Magnus-Schule“, berichtet Hakan Horata, der die AGs leitet und den Schülern dort die Regeln und das Wissen vermittelt, damit sie dann auch im Verein spielen können.

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