Viernheim

Bannholzgraben II Lokalpolitiker diskutieren über Anteil des Geschosswohnungsbaus, Zufahrtsmöglichkeiten und verpflichtende Bepflanzung

Dachbegrünung Thema im Ausschuss

Viernheim.Ausschließlich begrünte Dächer oder überhaupt keine bepflanzte Dacheindeckung – bei der Diskussion um den Anteil an Gründächern im Baugebiet Bannholzgraben II waren sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses alles andere als einig. Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten die Änderung des Flächennutzungsplans. Aber über etliche Eckpunkte für die Ausarbeitung des Bebauungsplans wurde intensiv diskutiert. Stadtverwaltung und Generalplaner benötigen für die weitere Planung ein Votum zur verkehrlichen Erschließung, für den Anteil des Geschosswohnungsbaus und der verpflichtenden Dachbegrünung.

Verkehrsführung ist klar

Wenig Redebedarf gab es zur Verkehrsführung: Über die Erschließungsstraßen Schwester-Paterna-Allee und Michael-Ende-Weg erreicht man die „Hauptstraßen“ des neuen Quartiers, die in verkehrsberuhigte Wohnstraßen übergehen. Zudem wird an einer verträglichen Lösung für die Zufahrt zur Kita „Gänseblümchen“ gearbeitet.

Nach dem derzeitigen Planungsstand, den Petra Wagner vom Amt für Umweltplanung und Stadtentwicklung vorlegte, liegen die mehrgeschossigen Wohnbauten im zentralen Bereich des Baugebiets. Der Gesamtanteil an der bebauten Fläche liegt bei 35 Prozent – zu wenig für die SPD, die für mindestens 43 Prozent Geschosswohnbau plädierte. Dem entsprechenden Antrag folgten die Ausschussmitglieder.

Gleich drei Änderungsanträge wurden zum prozentualen Anteil an Dachbegrünung eingebracht. Die Verwaltung schlug 50 Prozent vor, die flexibel im Rahmen der Grundstücksvergabe festzulegen seien. „Ich würde mir sogar 100 Prozent Dachbegrünung wünschen“, brachte Manfred Winkenbach für die Grünen ein. Walter Benz (UBV) entgegnete, es würden die 50 Prozent „schon weh tun“. Für Klaus Quarz (SPD) steht kostengünstiges Bauen im Widerspruch zu einer verpflichtenden Dachbegrünung. Fraktionskollege Daniel Schäfer wollte daher eine Prüfung alternativer Ausgleichsflächen. CDU und UBV hielten dagegen gerade bei den Mehrfamilienhäusern ein Gründach für realisierbar. Deshalb legte sich der Ausschuss mehrheitlich fest, Gründächer in einem Gesamtanteil von 50 Prozent für Mehrfamilienhäuser verpflichtend zu machen.

Mehrheitlich beschlossen die Ausschussmitglieder außerdem die weitere Vorgehensweise bei der Baulandentwicklung des Gebiets Viernheim Nordwest II. „Dafür gab es bislang noch keinen Beschluss“, erinnerte Bürgermeister Matthias Baaß (SPD) daran, dass trotz öffentlicher Diskussionen um das Baugebiet erst die offiziellen Weichen gestellt werden müssten. Das Verfahren soll analog der Baugebietsentwicklung „Am Schmittsberg II“ durchgeführt werden – in einem Kooperationsmodell mit der Stadt, den Eigentümern und einem Erschließungsträger. Geprüft wird nun das Gebiet, das nach dem Lärmgutachten aufgrund des Mindestabstands zur Hochspannungsfreileitung als Bauland entwickelt werden kann.

Diplom-Ingenieur Alexander Kuhn von MVV Regioplan informierte die Ausschussmitglieder über eine Bestandsaufnahme im Großraum Sport- und Erholungsgebiet West. Der Bebauungsplan aus dem Jahr 1984 für dieses Gebiet soll geändert und angepasst werden, die Teilneufassung soll die aktuelle Situation aufnehmen und regeln. Derzeit passe die Nutzung einiger Grundstücke nicht zu den Vorgaben des Bebauungsplanes. Als Beispiel nannte Kuhn Anforderungen an die Tierhaltung, Ansiedlung von Gewerbe oder dauerhaftes Wohnen. Ein „Ampelplan“ bewertet die einzelnen Abschnitte als unkritisch (grün), als gebietsverträgliche Abweichung (gelb) oder als schwierig und störend (rot). Auf Basis dieser Bestandsaufnahme können Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt und eine Handlungsgrundlage für die kommenden Monate und Jahre entwickelt werden.

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