Viernheim

Feierstunde Technisches Hilfswerk ehrt engagierte Mitglieder / Ortsverband sieht sich für neue Herausforderungen gewappnet

Dank für unermüdlichen Einsatz

Viernheim.Anfang Juni 2018 rückte das Technische Hilfswerk (THW) Viernheim mitten in der Nacht zu einem Einsatz mit 30 Helfern und fünf Fahrzeugen nach Mannheim aus. Nach einem Starkregen bestand akute Einsturzgefahr bei einer Baugrube. Zu ersten Erdrutschen war es bereits gekommen. Gemeinsam mit den Mannheimer Kollegen und fünf weiteren Ortsverbänden wurde die Grube mit Spundwänden stabilisiert und mit Sandsäcken vor weiteren Überflutungen geschützt. Erst am Vormittag war der Einsatz beendet.

Mit dabei war damals auch der 18-jährige Leonardo Lumia, der gerade in die 55 Personen umfassende Einsatzabteilung aufgenommen worden war. Eingetreten in den Viernheimer Ortsverband ist er als „Bambino“ mit neun Jahren. Nach dem ersten Hineinschnuppern hat es ihm beim THW so gut gefallen, dass er gleich dabei geblieben ist. Nun ist er aktiver Helfer im 2. Bergungstrupp. Neben den Einsätzen ist er in der Jugendarbeit aktiv.

Mitglieder, die sich schon sehr lange im Ortsverband des THW engagieren, wurden nun im Ratssaal des Rathauses geehrt. Sie erhielten eine Urkunde sowie eine Anerkennungsprämie. An der Feierstunde nahmen auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und der Johanniter Unfallhilfe teil. Für ihr langjähriges Engagement wurden Christian Busalt, Klaus-Peter Köhler, Winfried Engel (40 Jahre) und Volker Patzwaldt (40 Jahre) vom Land Hessen ausgezeichnet. Bei den Ehrungen des Ortsverbandes war Norbert Martin mit einem Engagement von 30 Jahren derjenige, der die längste Mitgliedschaft aufzuweisen hat. Bei der Ehrung nicht anwesend waren Thomas Schmitt (40 Jahre aktiv), Manfred Lütz, Egon März und Helmut Bugert (jeweils 50 Jahre). Nicht im Ratssaal vertreten war auch Roger Lütz, der eine Einsatzurkunde für einen Auslandseinsatz erhalten soll.

Bürgermeister Matthias Baaß sprach den Männern und Frauen des THW Viernheim seinen Dank und seine Anerkennung aus: „Ich weiß es sehr zu schätzen, dass wir das THW in Viernheim haben.“ Ortsbeauftragter Volker Patzwaldt zeigte sich sehr zufrieden, dass der Ortsverband mit 55 Personen die geforderte Einsatzstärke aufbringe. Die Einsatzkräfte sind in zwei Bergungsgruppen und der Fachgruppe „Ortung“ organisiert. Zudem gibt es drei aktive Jugendgruppen und die „Bambini“-Gruppe, in der schon Sechsjährige spielerisch an die Aufgaben der technischen Nothilfe herangeführt werden.

Fachgruppe „Schwere Bergung“

Patzwaldt bezeichnete das Viernheimer THW als einen „recht gesunden Ortsverband mit Potenzial nach oben“. Im kommenden Jahr stehe eine Erweiterung der Organisationsstruktur an. Neu eingerichtet werden soll eine Fachgruppe „Schwere Bergung“. Deren Hauptaufgabe sei die Sicherung „kritischer Infrastruktur“: Die Versorgung mit Elektrizität, Wasser und Gas stehe dabei im Vordergrund.

Aus diesem Anlass wird der Viernheimer Ortsverband ein neues, schweres Notstromaggregat erhalten. Ortsbeauftragter Patzwaldt sieht nicht nur neue Aufgaben, durch den Klimawandel oder Großschadensereignisse, auf das THW zukommen. Auch die Suche nach Nachwuchs sowie die Öffentlichkeitsarbeit stelle zunehmend einen Schwerpunkt der Arbeit dar. Besonderen Wert legt der Ortsverband auf die Jugendarbeit. Mit der bevorstehenden Umstrukturierung sowie der einsatznahen Ausbildung sieht Patzwaldt den Ortsverband Viernheim gut gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft. kos

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional