Viernheim

Kulturscheune DGB Bergstraße hat zum Internationalen Frauentag eingeladen / Wichtige Themen fehlen auf Agenda

„Das ist noch kein Grund zum Feiern“

Viernheim.Der Ortsverband Viernheim des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) befindet sich derzeit in Gründung. Am Samstag, 30. März, soll in einer Mitgliederversammlung im Bistro „Maximum“ ein neuer Vorstand gewählt werden. Trotzdem finden schon viele Aktivitäten statt. So auch am Freitagabend, als der DGB Bergstraße anlässlich des internationalen Frauentags in die Kulturscheune eingeladen hatte. Allerdings fand die Veranstaltung nur wenig Zuspruch, sie hätte aber ein größeres Interesse verdient gehabt.

Unterstützung an der Bergstraße

Trotzdem gaben sich die Genossen kämpferisch, feiert der internationale Frauentag doch sein 100-jähriges Bestehen. „Das ist noch lange kein Grund zum Feiern“, so Nils Christoph Burkhoff, Beauftragter zur Neugründung des DGB in Viernheim, bei seiner Begrüßung. „Wenn Rechtspopulisten die Rolle rückwärts wollen – dann brauchen wir einen starken, einen lauten Frauenkampftag“, so Burkhoff, der sich bei den DGB-Gewerkschaftsfrauen Bergstraße sowie den Gewerkschaften GEW und ver.di für die Unterstützung bedankte.

Seit über hundert Jahren steht der Internationale Frauentag, der von der deutschen Sozialistin Clara Zetkin ins Leben gerufen wurde, für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Er macht als Kampftag – wie er auch genannt wird – aufmerksam auf Ungleichheit und fordert Chancengleichheit.

Gleichstellung sei nicht nur eine Frage der sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung, sie sei eine Frage der Gerechtigkeit, betonte Burkhoff. Das Bundesland Berlin machte den Internationalen Frauentag in diesem Jahr sogar zu einem offiziellen Feiertag, was nicht überall für Zustimmung sorgte.

Dr. Isolde Ludwig, Bildungsreferentin des DGB-Hessen, erinnerte in ihrer Rede an die vielen Etappen seit Einführung des Frauenwahlrechts. Sie fragte aber, was aktuell zu tun sei. Das Frauenwahlrecht musste mühsam erkämpft werden, auch wenn es ein Menschenrecht ist. „Selbst in sicher geglaubten Zeiten muss dieses Menschenrecht verteidigt werden“, betonte Ludwig nochmals. Mit dem Erstarken rechtspopulistischer Kräfte in Europa drohe sogar eine Rückkehr zu alten Verhältnissen, ein sogenannter Rollback. „Rechtspopulisten, wie in Polen, möchten das Recht zur Wahl für die Frau sogar einschränken“, zeigte die Gewerkschafterin mögliche Gefahren auf.

Die Frauenbewegung solle sich aber nicht nur mit dem Wahlrecht schmücken, sondern auch weitere wichtige Themen wie die Gleichstellung, gerechte Entlohnung und Geschlechterparität in den Parlamenten auf die Agenda setzen. Für musikalische Abwechslung sorgte der Bergsträßer Liedermacher Frank Bock, der neben eigenen Stücken auch Klassiker wie „Heute hier, morgen dort“ von Hannes Wader zu Gehör brachte.

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