Viernheim

Musical I Kinderchor und Kirchenchor St. Michael begeistern das Publikum mit ihrer Aufführung im Gotteshaus

Der kleine Tag will zur Erde

Archivartikel

Viernheim.„Stell dir vor, die Sterne im Himmel sind nur Löcher und dahinter ist Licht“, entführt Erzählerin Sabine Lorenz die Zuhörer in das funkelhelle Lichtreich der Tage. Alle Tage leben dort als lebendige Lichtwesen, die nur ein Mal zur Erde reisen dürfen. Von einem dieser Lichtwesen erzählt das Musical „Der kleine Tag“, das der Kinderchor St. Michael zusammen mit dem Kirchenchor der Gemeinde, mit dem evangelischen Kinder- und Musicalchor und der Musicalband in der Michaelskirche aufführte.

„Ich bin nur heute! Seh einmal nur die Sonnenbahn. Und dann kommt schon ein andrer dran“, singt der Gesamtchor von den Tagen. Die einzelnen Tage unterscheiden sich natürlich – schließlich gibt es bedeutende Ereignisse wie die Entdeckung Amerikas oder die Erfindung des Reißverschluss.

„Erste Reihe – Spitzenklasse, zweite Reihe – olala!, siebte Reihe – keine Schande, achte – nicht der Rede wert!“ sind die Tage unterteilt. Der „kleine Tag“ wartet sehnsüchtig auf seinen Einsatz, auf seinen Fall zur Erde. Auch er möchte ein besonderer Tag werden: „Die Uhren laufen rückwärts, ein Außerirdischer ist der größte Popstar“ – so stellt er sich seinen Tag vor. Aber kein Tag hat tatsächlich Einfluss darauf, was während seiner Erdenzeit geschieht. „Du bist du, wirst nie ein anderer sein“, mahnen die anderen, dass der „kleine Tag“ einfach er selbst sein solle.

Als der 23. April dann endlich da ist, fällt der Tag durch den Sternentunnel hinunter auf die große Erde. Und was er dort alles sieht: Eine Familie will umziehen und hat die Bauarbeiter vor der Tür. In der Schule hat ein Kind am Geburtstag seinen Hund dabei. Am Nachmittag trifft sich ein Paar nach 50 Jahren wieder und eine Familie sitzt am Abend am Feuer zusammen. Zu schnell sind 24 Stunden vorbei. „Ein Geburtstag, ein Liebespaar, ein Lagerfeuer“, sprudelt es aus dem „kleinen Tag“ heraus, als er im Lichtreich von seinen Erlebnissen berichtet.

„Nicht mal ein Banküberfall? Haha, langweilig“, lachen ihn die anderen Tag aus und kommandieren: „Letzte Reihe, ganz nach hinten, das ist, wo du hingehörst!“ Enttäuscht zieht sich der „kleine Tag“ zurück – ihm hat der 23. April eigentlich gut gefallen. Und genau ein Jahr später wird aus dem „kleinen Tag“ doch ein ganz großer. Der nächste 23. April kommt ins Lichtreich zurück und berichtet von Freudenfesten auf der ganzen Erde – weil ein Jahr davor der einzige Tag war, an dem nichts Schlimmes passiert ist und man es erst gemerkt hat, als der Tag vorbei war.“ Und so darf der „kleine Tag“, der friedlichste Tag, strahlend in die erste Reihe - zur Spitzenklasse. Hervorragender Solo- und mehrstimmiger Chorgesang, passende Musikbegleitung, anschauliche Schauspielszenen - alle Beteiligten haben die berührende Geschichte des kleinen Tags begeisternd umgesetzt.

Schon vor elf Jahren dabei

Christoph Wunderle und Martin Stein hatten die musikalische Gesamtleitung des Projekts, mit dem der Kinderchor St. Michael sein 20-jähriges Bestehen feierte. Schon 2007 hatte der Chor das Stück aufgeführt. Damals war Laura Breunig als sechsjährige Chorsängerin dabei – im Jubiläumsjahr durfte sie die Hauptrolle als „kleiner Tag“ übernehmen und die Botschaft des Musicals mitvermitteln: Es sind oft die kleinen Dinge, die das Leben bereichern und es so großartig machen. Und manchmal merkt man das auch erst später . . .

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