Viernheim

Vortrag Steffen Lohrer spricht im Kunstraum Gerdi Gutperle / Großes Interesse am Thema

Der Weg vom Stress zum Wohlbefinden

Archivartikel

Viernheim.„Arbeit, Arbeit, Arbeit!“ Mit diesem Signal begann Steffen Lohrer seinen Vortrag im Kunstraum Gerdi Gutperle. Die zahlreichen Besucher waren ein Zeichen für das große Interesse an dem Vortragsthema: „Mehr Gelassenheit und Zufriedenheit im Alltag und im Job“. Steffen Lohrer war Unternehmer in der Branche der Sicherheitstechnik, leitete zwölf Jahre den Business-Club Rhein-Neckar, finanzierte als Business Angel mehrere Start Up-Unternehmen und bekleidete im Laufe der Jahre viele Aufsichts-rats-, Verwaltungsrats-/ Beirats- und Kuratoriumsmandate. Heute ist er Unternehmensberater für den Kauf und Verkauf von Unternehmen, schilderte Gerdi Gutperle das vielseitige Engagement des Referenten bei dessen Begrüßung. Außerdem lud sie die vielen Besucher dazu ein, nach dem Vortrag die aktuelle Ausstellung „Viernheimer Kreuz“ zu besuchen.

Steffen Lohrer war ein Mann an den Schalthebeln der Wirtschaft. Sein Erfolgsstreben mündete jedoch auf einem steinigen Weg im Bereich des gefährlichen Stresses. Die Umkehr zu den Pfaden der Gelassenheit und Zufriedenheit schilderte er in seinem zweistündigen Vortrag als Analyse eines Systems, unter dem Millionen Menschen die Folgen von Stress erleiden. Das Leben sei in den letzten Jahren durch das Internet, soziale Medien und neue Kommunikationsformen hektischer und schneller geworden. Die Folge seien Unzufriedenheit, Stress, Ängste, Depressionen bis hin zum Burnout.

In der Leistungsgesellschaft müssen viele Menschen immer mehr arbeiten, um ihren Job nicht zu verlieren. Einen erheblichen Teil dazu trägt das Handy bei. Es ist unentbehrlich, weil man als Arbeitskraft immer und überall erreichbar sein muss. Dieser Zwang reicht in Freizeit und erst recht in den Urlaub. Die Zahl der Menschen, die unter diesen Umständen leiden, hat in den letzten zehn Jahren um über 40 Prozent zugenommen. Die Ausfallzeit durch Krankheit der Betroffenen stieg sogar um über 50 Prozent.

Wie kann ich selbst reagieren?

Da man als Betroffener das System nicht ändern kann, sei es wichtig, selbst Möglichkeiten der Entspannung und Ruhe zu finden. Diese Denkanstöße vermittelte Steffen Lohrer mit seinem Vortrag. In seiner Analyse schilderte er, wie sehr unser Denken und Handeln von der Kindheit geprägt wird. Dabei spielen die ersten sechs Jahre eine besondere Rolle, denn schon hier nehmen die Kinder bei dem Erziehungsprozess eine Rolle an. Es kann ein Wetteifern um die Gunst der Eltern sein, ein Prozess, der sich in der Schulzeit fortsetzt und schließlich auch im Berufsleben Wünsche und Ängste prägt. Der Vortrag beleuchtete die Ursachen von Stress und wie man damit umgehen kann. „Unser Glück hängt nicht von äußeren Situationen oder anderen Menschen ab, sondern nur von unserer inneren Einstellung dazu“, brachte der Referent seine Analyse auf den Punkt und ergänzte, wie sehr das Denken und Handeln vom Unterbewusstsein gesteuert wird. Die Folge sollte die Erkenntnis sein: „Wie kann ich selbst reagieren, um nicht von der Last der Überforderung abhängig zu sein?“

Er nannte hilfreiche Wege vom Stress zu Gelassenheit und Ruhe. Dazu gehören besondere Atemübungen, Meditation, Entspannung bei Musik, Yoga, Ruhe in der Natur, Geselligkeit mit Freunden und vieles mehr. Ein „innerer Beobachter“ sei eine wichtige Orientierungshilfe. Das Publikum dankte mit langem Beifall für den spannenden Vortrag. Bei freiem Eintritt wurden die Besucher um Spenden für die Stiftungen Steffen Lohrers (Hilfe für chronisch kranke Kinder) und Gerdi Gutperles (Kinderkrankenhaus in Indien) gebeten. H.T.

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