Viernheim

Flurputz Hegering Ried-Süd durchforstet Reviere rund um Viernheim / Fünf Kubikmeter Unrat gesammelt

Die Jäger des weggeworfenen Mülls

Archivartikel

Viernheim.In knapp zwei Wochen findet der Haupttag der diesjährigen Flur- und Waldputzaktion statt, und das schon zum 20. Mal: Am Samstag, 16. März, machen sich wieder freiwillige Helfer in Viernheims Randgebieten auf die Suche nach illegal entsorgtem Müll und bewusst abgestelltem Unrat. Im Vorfeld finden zudem Sondertemine statt, bei denen sich unterschiedliche Gruppen als Müllsammler verdingen. Dazu zählen auch die Jäger des Hegering Ried-Süd, die am Samstag ihre Reviere rund um die Stadt vom Wohlstandsmüll befreit haben. Gegen 9 Uhr haben sie sich getroffen und von Jagdpächter Reiner Baumann einweisen lassen.

Für ihn und seine Mitstreiter ist es unverständlich, wie gewissenlos manche Zeitgenossen zu Werke gehen und damit nicht nur Natur und Tiere gefährden, sondern auch der Allgemeinheit zur Last fallen. „Manchmal hat man sogar den Eindruck, dass einige Menschen nur darauf warten, dass ehrenamtliche Helfer die Natur nach illegal entsorgtem Müll durchforsten und vorher extra ihren Unrat an Wegrändern und in den Wald bringen“, sagt er mit einem Kopfschütteln.

Seit etwa fünf Jahren wird diese Vorab-Aktion von den Jägern durchgeführt, und immer wieder können die Freiwilligen hinterher neue Geschichte erzählen, die sich oft nach Jägerlatein anhören, leider aber der Wahrheit entsprechen. Gefunden werden von Getränkeflaschen über Pappbecher und Dosen alte Autoreifen, Einkaufswägen bis zu kompletten Wohnungseinrichtungen, die eigentlich auf den Sperrmüll gehören. „Vergangenes Jahr war es ungefähr die gleiche Menge“, berichtet einer der Organisatoren, Benedikt Schmitt-Helfferich im Anschluss. Fünf Kubikmeter, so schätzt er, kommen zusammen.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde gleich wieder ein Kühlschrank in einem gerade aufgeräumten Gebiet gefunden. Dabei gibt es genügend Möglichkeiten seinen Abfall legal loszuwerden, auch wenn es manchmal etwas kostet. „Nicht nur, dass der Dreck die Gegend verschandelt, Plastiktüten, Bruchglas und Blechdosen können zu tödlichen Fallen für Tiere werden“, sagt der erfahrene Jäger. Wer erwischt wird, zahlt einen hohen Preis, allerdings ist die Aufklärungsquote sehr gering. Die Umweltverschmutzer müssten auf frischer Tat ertappt werden.

Großes Einsatzgebiet

Rund um Viernheim gibt es etliche Flächen, die gerne als illegale Müllereimer missbraucht werden. Entsprechend groß war auch das Einsatzgebiet der Viernheimer Jäger. Es reichte vom Norden mit dem Bannholzgraben, entlang dem Pariser Weg, der Wiesenstraße und dem alten Weinheimer Weg bin hin zur Neuzenlache und dem Bereich Essigzapfen im Süden der Viernheimer Gemarkung. JR

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