Viernheim

Coronavirus Mobiles Impfteam des Kreises im Forum der Senioren / Baaß: Kein Viernheimer soll sich abgehängt fühlen

„Die vom Impfen“ freudig erwartet

Archivartikel

Viernheim.Zwei Rettungswagen stehen am Silvestermorgen vor dem Forum der Senioren (FdS). Ein Bewohner schaut aus dem Fenster und fragt Matthias Baaß: „Sind das die vom Impfen?“ Der Bürgermeister nickt – und der Bewohner freut sich sichtlich auf den bevorstehenden kleinen Pieks.

Noch im alten Jahr ist das mobile Impfteam des Kreises Bergstraße im Viernheimer „Forum der Senioren“ (FdS), um die ersten Impfungen gegen das Corona-Virus zu verabreichen. „Wir sind froh, dass es klappt.“ Bürgermeister Matthias Baaß setzt darauf, dass die Impfungen den Alltag in der Einrichtung erleichtern werden. Knapp über 100 Personen – Bewohner und Personal – sind an diesem Vormittag an der Reihe.

Vorbereitung „vorbildlich“

„Wir haben noch etwa 40 Personen, die positiv getestet und noch isoliert sind“, berichtet FdS-Leiter Jürgen Hoock, „sie können im Moment noch nicht geimpft werden.“ Auch Christian Engelhardt ist beim vierten Impftermin im Kreis vor Ort. „Impfen ist der einzige Weg, der uns aus dieser Krise führt“, betont der Landrat. Er erklärt auch, warum das Forum der Senioren trotz aktuell positivgetesteter Bewohner an der Reihe ist. „Das Forum – mit den übrigen Bewohnern und Personal – hat sich impfbereit gemeldet“, sagt Engelhardt. Von einigen anderen Einrichtungen im Kreis lägen nicht alle Unterlagen vor, die zum Impfen notwendig sind.

Für jeden Bewohner und jeden Mitarbeiter gibt es mindestens vier Dokumente: ein Informationsblatt über die Impfung, ihren Wirkstoff und die möglichen Risiken, einen Anamnesebogen, die Bescheinigung des Hausarztes über die Impftauglichkeit sowie die unterschriebene Einwilligung. „Dazu sind Gespräche mit den Bewohnern notwendig, mit ihren Angehörigen oder den rechtlichen Betreuern und auch mit den behandelnden Ärzten“, beschreibt Jürgen Hoock die umfangreichen Vorarbeiten.

„Es ist vorbildlich, wie die Unterlagen hier zusammengestellt wurden“, lobt Peter Heller die Verantwortlichen des Forums der Senioren. Der Arzt gehört zu dem achtköpfigen Team, das die Impfung im Forum durchführt. Als weiterer Arzt ist der Allgemeinmediziner Arne Krehan aus Viernheim dabei, dazu Verwaltungskräfte, medizinisch-technische Assistenten und die Pharmazeuten, die den Impfstoff direkt im Einsatzwagen vorbereiten. Von dort aus werden die Spritzen zu den Bewohnern zur Impfung gebracht.

In drei Wochen ist der zweite Impftermin im Forum der Senioren. „Und wir hoffen, dass wir dann auch viele unserer Bewohner, die jetzt noch isoliert sind, in die Impfung aufgenommen werden können“, sagt Jürgen Hoock, bevor es im Haus mit den ersten Injektionen los geht.

Bürgermeister Matthias Baaß berichtet indes, wie es mit den Impfungen weiter gehen wird. „Der Impfstoff ist derzeit noch begrenzt vorhanden, deswegen muss die Impfung in Schritten erfolgen“, sagt Baaß. Gemäß der hessischen Impfstrategie wird mit Personen der höchsten Priorität durch mobile Teams in den Alten- und Pflegeeinrichtungen begonnen. Danach folgt die Gruppe der Über-80-Jährigen.

Diese Impfungen sollen zunächst in den sechs regionalen Zentren in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt anlaufen, dann auch in den Impfzentren der Landkreise wie im Bergsträßer Impfzentrum in Bensheim. „Wir warten hier noch auf die Informationen der Hessischen Landesregierung“, erläutert Baaß, „bisher ist weder ein Datum für einen Impfbeginn bekannt noch die Möglichkeit, wie man einen Termin ausmachen kann.“ Zudem sei nicht bekannt, dass das Land alle Impfberechtigen mit diesen Informationen benachrichtigen würde.

Persönliche Anschreiben

Deshalb hat der Bürgermeister für Viernheim entschieden, einen entsprechenden Brief an alle Viernheimer ab dem 80. Lebensjahr zu verschicken, sobald alle nötigen Informationen vorliegen. „Der Brief ist vorbereitet“, betont Baaß, dass eben nur noch die relevanten Daten wie Impfstart, Ort und Terminvergabe fehlen. Grundlage für den Verteiler sei das Melderegister.

Die Stadt Viernheim bietet über da persönliche Anschreiben hinaus einen weiteren eigens organisierten Sonderservice an. Bei einer Telefon-Hotline können alle Bürger aus der Gruppe der über 80-Jährigen anrufen, wenn sie weitere Informationen möchten oder Hilfe bei der Anmeldung brauchen. Darüber hinaus könne sich die Stadt auch Unterstützung beim Weg zum Impfzentrum vorstellen, wenn die Älteren keine Möglichkeit hätten, nach Darmstadt oder Bensheim zu kommen. Der Bürgermeister betont: „Mein Ziel ist, alle Bürger ab 80 Jahren komplett zu informieren und bei Bedarf zu unterstützen. Wichtig ist, dass sich kein Viernheimer abgehängt fühlt.“

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