Viernheim

Partnerschaft Ousseini Ouedraogo, Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik, berichtet von einem Besuch in Silly / Berufsbildungszentrum verbessert Lebensqualität

„Dort funktioniert einfach alles“

Archivartikel

Viernheim.Ousseini Ouedraogo ist seit Mai dieses Jahres Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik der Stadt Viernheim. Die Stelle ist beim Stadtteilbüro West der Jugendförderung angesiedelt. Vor wenigen Tagen ist der gebürtige Burkinabe aus einem Heimaturlaub zurückgekehrt. In Burkina Faso hat er auch einen Abstecher in die Partnergemeinde Silly gemacht. Am Freitag schilderte er in einem Pressegespräch seine Eindrücke. „Dort funktioniert einfach alles. Es gibt ausreichend Wasser, man hat Geschäfte und abends sind die Ortschaften durch elektrisches Licht gut beleuchtet“, erinnert sich der 39-Jährige. „Da erkennt man auf den ersten Blick den Einfluss von Viernheim und dem Verein Focus.“

Geordnete Strukturen

Ouedraogo fand an vielen Stellen geordnete Strukturen vor. „Im Rathaus sind mir gleich die großen Fotos der Delegationsreisen aufgefallen, danach durfte ich mich mit dem Alltag in der Verwaltung beschäftigen und habe dabei das Personenstandswesen und die kommunale Haushaltsführung näher kennengelernt.“ Laut dem Ersten Stadtrat von Silly werde bei der Umsetzung von Plänen auf nachhaltige Ziele wie Klimaschutz, Bildung, Ernährungssituation und die wirtschaftliche Entwicklung geachtet.

Das von Focus errichtete und betreute Berufsbildungszentrum (BBZ) ist dabei das Herzstück. Dort lernen Jugendliche während der Ausbildung über Landwirtschaft und Viehzucht sowie über die Verarbeitung der entsprechenden Produkte. „Ein Auszubildender erzählte mir stolz, dass er dort in kurzer Zeit mit der Technik des Bioanbaus vertraut gemacht wurde und mittlerweile auch genau weiß, wie er das entsprechende Saatgut gegen Schädlinge oder Krankheiten schützen kann“, zeigte sich Ouedraogo beeindruckt.

Das BBZ sichert die Nahrungsversorgung der 37 000 Menschen, die in den 34 Dörfern der Gemeinde Silly leben. Laut Ouedraogo hat die Städtepartnerschaft mit Viernheim die Lebensqualität in Silly deutlich verbessert. Das Zentrum, das auch ein Restaurant betreibt, stärkt durch die Verarbeitung und die Vermarktung von Nahrungsmitteln und Produkten wie Seife und Erdnussbutter die lokale Wirtschaft. Faszinierend fand Ouedraogo auch das Projekt „Ein Kind – ein Baum“. Dadurch wurden und werden in Silly an den Schulen und öffentlichen Einrichtungen Obst- und Schattenbäume gepflanzt, wodurch man auch dem in Burkina Faso spürbaren Klimawandel entgegen wirken möchte. Diese Initiative hat in allen Dörfern der Gemeinde bereits sichtbare Auswirkungen.

„Gemessen an den Verhältnissen im übrigen Burkina Faso sind die Infrastruktur, die Arbeit der Stadtverwaltung, die Zustände an den Schulen und in den Gesundheitsstationen sowie die Wasserversorgung in Silly schon recht gut. Hier kann sogar geduscht werden“, zeigte Ouedraogo große Unterschiede auf. Selbst die Anreise sei nicht besonders beschwerlich gewesen. „Mein Wohnort Bobo-Dioulasse liegt etwa 230 Kilometer südlich von Silly. Nach einer dreistündigen Busfahrt wurde ich in Boromo abgeholt. Von dort ging es zunächst auf einem Mofa 35 Kilometer über eine asphaltierte Straße, bevor wir auf den roten Weg nach Silly abgebogen sind. Nur gut, dass in Burkina Faso gerade Regenzeit war, da hat es nicht gestaubt“, schilderte der Koordinator weitere Erlebnisse.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional