Viernheim

Prävention Zehntklässler der AMS beschäftigen sich mit dem Thema "Alkohol und Drogen im Straßenverkehr"

Drastische Bilder rütteln auf

Viernheim.Es war mucksmäuschenstill, man konnte in viele betroffene Gesichter blicken, als in der Aula der Albertus-Magnus-Schule Fotografien und Videos von Verkehrsunfällen aufgrund von Alkohol- oder Drogenmissbrauch auf der Leinwand zu sehen waren.

Die Szenen verfehlten ihre Wirkung ebenso wenig wie die Schilderungen von Betroffenen und Helfern, die am Unfallort eingesetzt waren. Der Projekttag "Schleuder-Drama" will aber nicht nur Aufklärung betreiben, die Schüler sollen zum Nachdenken angeregt werden und bei Bedarf richtig handeln. Der Einstieg zum Projekttag bot die Grundlage für verschiedene Themen.

Die Projektgruppe "Schleuder-Drama", unterstützt vom Verein Bürger und Polizei, zeigt zu Beginn reale Bilder von Unfallorten in Deutschland: zertrümmerte Motorräder, demolierte Autos, die Helfer mit schwerem Gerät im Einsatz, die Opfer notversorgt - oder mit einem weißen Tuch abgedeckt.

Besonders intensiv werden die Schilderungen von Mitgliedern der Rettungskräfte. Helmut Büchler von der Freiwilligen Feuerwehr Viernheim erinnert sich an einen Verkehrsunfall, zu dem er zu Beginn seiner Zeit als Feuerwehrmann gerufen wurde. "Die schrecklichen Bilder werde ich nie vergessen". Unfälle hinterlassen nicht nur bei Opfern und Angehörigen Spuren, auch die Verursacher leiden oft ihr Leben lang unter den Geschehnissen.

Büchler nutzte den engen Kontakt zu den Schülern, um für ehrenamtliche Helfer zu werben. "Warum geht man zu Feuerwehr? Weil es eine Bürgerpflicht ist anderen zu helfen, sonst kann weder der Staat noch die Kommune funktionieren".

Friedrich Häffner vom Malteser-Hilfs-Dienst (MHD) erzählte ebenfalls von einem Unfall, der ihn geprägt hat. Besonders ärgerlich war damals ein Schaulustiger, der die Leiche des verstümmelten Opfers gefilmt hat. "Nachdem er auf Aufforderung nicht aufhören wollte, Aufnahmen zu machen habe ich ihm eine geklebt", schilderte der erfahrene Rettungssanitäter seine Kurzschlussreaktion.

Welche Hindernisse manchmal auf dem Lebensweg warten, das ergründeten die Schüler in den Workshops mit Polizei, Suchtberatung, Feuerwehr, Notfallseelsorge, Schulpsychologe und dem Pflegedienst. Ins Detail ging es dann in den Arbeitsgruppen, an denen die Zehntklässler teilnehmen konnten.

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