Viernheim

Fotozentrum Fröbelschüler präsentieren Stillleben zum Thema Umweltverschmutzung / Bilder von Lehrern ergänzen Ausstellung

Drastische Motive als Warnung

Archivartikel

Viernheim.Die Motive der jungen Fotoschüler sind düster, dunkel und drastisch: Eine Barbie, die kopfüber von einem Globus in den Abgrund stürzt, direkt in einen Müllhaufen hinein. Ein Kruzifix, das auf einem Berg aus Plastikabfällen steht, von dem sich Jesu schmerzerfüllt abwendet. Eine leblose Puppe, deren Leichentuch ein gelber Müllsack ist, oder ein Fahrrad, in dessen Speichen und Gepäckträger sich weggeworfene Tüten verfangen haben.

Allein schon der von den Jugendlichen gewählte Titel der Werkschau „Deine Welt, Deine Entscheidung“, sei „eine eindeutige und nachdenklich stimmende Aussage“, betont Tanja Eickmeier. Dann wendet sich die Leiterin des Europäischen Fotozentrums direkt an die Acht- bis Zehntklässler der Friedrich-Fröbel-Schule (FFS), die in der Ausstellung stolz ihre Arbeiten des Wahlpflichtkurses „Bildkommunikation“ präsentieren. Insgesamt 30 auf Karton gedruckte und eingerahmte Fotografien sind zu sehen. „Mit eurer monatelangen, geduldigen und gekonnten Arbeit ist es euch wirklich gelungen, auf Umweltverschmutzung und Klimawandel ausdrucksvoll aufmerksam zu machen“, sagt Eickmeier. „Ihr habt damit einen wichtigen Beitrag zur gegenwärtigen Umweltproblematik geleistet.“

Vier Monate Arbeit

So verdichten sich in den Kompositionen der Stillleben Zigarettenstummel und Getränke-Dosen, Batterien, Taschentücher und andere achtlos entsorgte Gegenstände zu unmissverständlichen Bildaussagen. „Die Intention von den Schülern war, auf die alltäglichen Umweltverschmutzungen aufmerksam zu machen. Gerade durch Gegenstände, denen man normalerweise wenig Beachtung schenkt“, sagt Giselher Buhl vom Fotozentrum im Gespräch mit dieser Zeitung.

Dabei entstand die Werkschau, die parallel zu der Fotoausstellung „Was geht, Planet?“ im Viernheimer Kunsthaus (wir berichteten) zu sehen ist, aus einem ganz anderen Projekt heraus. „Wir wollten mit den Gruppen eigentlich Bilder mit Hilfe von Lego- und Schleich-Figuren machen – als Suchbilder für jüngere Kinder, quasi nach dem ,Wo ist Waldo‘-Prinzip“, erklärt Buhl.

Dabei hätten die Jugendlichen häufig ein Umweltthema für ihre Motive gewählt. „Also haben wir uns entschieden, jenes Thema bei den Stillleben umzusetzen“, erklärt er. Vier Monate waren die Fotoschüler damit beschäftigt. „Man hat ihnen wirklich angemerkt, dass ihnen der Umweltschutz sehr am Herzen liegt und sie sich viele Gedanken zu dem Thema machen“, betont Eickmeier.

Auch die Resonanz der Klassenkameraden sei bei der Ausstellungseröffnung recht groß gewesen, erklärt Buhl. „Es waren vor allem die oft drastischen Motive, die das Interesse vieler Jugendlicher erregten.“

Außerdem sind im Europäischen Fotozentrum nicht weniger beeindruckende Aufnahmen zum Thema von jungen Lehrern im Vorbereitungsdienst des Studienseminars Heppenheim zu sehen.

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