Viernheim

Instandsetzung Kaltbauweise ersetzt das frühere Blow-Patcher-Verfahren / Raiffeisen- und Industriestraße als Versuchsstrecken

Dünne Asphaltschicht statt Flickenteppich

Viernheim.Heute wird es in der Industriestraße zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und Neuer Weg zu Behinderungen kommen. Grund ist eine Fahrbahnsanierung, weshalb die Strecke den ganzen Tag über jeweils in eine Richtung gesperrt sein wird. Dass in Viernheim solche Arbeiten gibt, ist nicht neu, die Art der Durchführung schon.

Anstatt des Blow-Patchers findet das DSK-Verfahren Anwendung. Die Abkürzung steht für "Dünne Asphaltdeckschichten" in Kaltbauweise. "Als Motorradfahrer hatte ich schon Probleme mit dem gepatchten Stellen. Zuletzt wurde das Gerät einfach zu oft eingesetzt, um kurzfristig Schäden zu beheben" schildert Erster Stadtrat Jens Bolze eigene Erfahrungen. Künftig soll vermehrt die schnelle Lösung mit dem Kaltasphalt eingesetzt werden.

Keine neue Technik

Das ist keine neue Technik, es gibt schon seit 30 Jahren entsprechende Erfahrungen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Maßnahmen können schnell und günstig durchgeführt werden, die Belastungen für die Anwohner und Verkehrsteilnehmer sind minimal. So wurde gestern die knapp 200 Meter lange Raiffeisenstraße an nur einem Vormittag neu beschichtet. "Dabei ist keine grundhafte Sanierung notwendig. Es handelt sich lediglich um Unterhaltungsmaßnahmen. Dabei wird der bisherige Belag nur gesäubert, danach wird der flüssige Asphalt kalt aufgebracht", beschreibt Eric Ackermann vom Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung die Vorgehensweise. Im Querprofil erfolgt ein Ausgleich von Unebenheiten, wie bei Spurrinnen. Der Einbau erfolgt in Schrittgeschwindigkeit. Schon nach einer halben Stunde kann die sanierte Strecke wieder befahren werden. Die Schichtdicke der Asphaltdecke beträgt durchschnittlich nur einen Zentimeter. Eine Verdichtung durch Walzen ist nicht erforderlich, das besorgen die Fahrzeuge, die anschließend durch die Straße fahren. Dünnschichtbeläge in Kaltbauweise können auf allen Asphalt- und Betonstraßen aufgebracht werden, sofern die Unterlagen tragfähig und frostsicher sind. Das Verfahren sei besonders umweltfreundlich, da das Aufheizen des Mischgutes entfällt und damit wertvolle Ressourcen geschont werden.

"Mit Kosten von neun Euro pro Quadratmeter sind die Maßnahmen finanziell überschaubar", so Bolze. In der Raiffeisenstraße betrug die Fläche 1600 Quadratmeter. In der Industriestraße wird mit der gleichen Größenordnung gerechnet. Die Haltbarkeit wird mit mindestens zehn Jahren angegeben, die Gewährleistung gilt für zwei Jahre.

Finanziert werden die Arbeiten aus dem Topf für Unterhaltungsmaßnahmen. "Es ist keine grundhafte Straßensanierung, weshalb die Kosten auch nicht auf die Bürger umgelegt werden", führt Erster Stadtrat Jens Bolze einen weiteren Pluspunkt mit an.

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