Viernheim

Bildung Naturwissenschaftler präsentieren Feriendomizil-Teilnehmern spannende Experimente / Abschlussnachmittag im TiB

„Durchblicker“ nutzen das Mikroskop

Viernheim.Die Teilnehmer des Feriendomizils werden zu „Wasserklärern“, „Lichtkraftwerkern“ und „Gasfängern“: 65 Mädchen und Jungen bewegen sich auch in der vierten Woche auf den Spuren von Alexander von Humboldt und beschäftigen sich mit der Wissenschaft.

„Alexander von Humboldt führte viele Forschungen und Messungen an Pflanzen, Tieren, Wetter oder Klima durch. Und er wollte, dass dieses Wissen weitergegeben wird“, erklärt Anne Knapp vom Organisationsteam der städtischen Jugendförderung die Themenwoche „Wissenschaft“. Die Mädchen und Jungen haben dazu ein „Tipipedia“ erstellt, im Zelt im Garten sind die Lebensstationen von Humboldts nachzulesen. Außerdem wurden die verschiedenen Klimazonen der Erde untersucht, und welche Tiere wo leben können. Diese Klimazonen macht ein Modell mit unzähligen Spielzeugtieren deutlich. Zum Abschluss dieser Woche gibt es dann noch professionelle Unterstützung. Die Bildungsinitiative „two4science“ aus Darmstadt ist seit 2015 zum wiederholten Mal im Treff im Bahnhof zu Gast – dank der Unterstützung durch den Lions Club und den Verband Chemische Industrie (VCI).

Alfred Sibla und Michael Habib haben verschiedene Experimente mitgebracht. Neugierig gehen die Nachwuchsforscher ans Werk und spüren den chemischen und physikalischen Phänomenen nach. Die sechs Experimente haben griffige Namen und sind auf sechs Tischen aufgebaut. Schritt für Schritt werden die Versuche vorbereitet, durchgeführt, beobachtet und analysiert.

Beim „Durchblicker“ schauen sich die Mädchen und Jungen verschiedene Materialien durch das Mikroskop an. Fasziniert beobachten sie zum Beispiel die Blubberblasen, die in der Brausemischung entstehen. Beim „Wasserklärer“ wird gefärbtes Wasser gereinigt, durch eine Zentrifuge. Als „Lichtkraftwerker“ lassen die Kinder eine Lichterkette aufleuchten, den Strom dazu erzeugen sie mit einer Handkurbel. Und beim „Gasfänger“ sammeln die Feriendomizil-Teilnehmer das Gas, das durch die Reaktion von Backpulver und Wasser entsteht, mit Schläuchen und großen Spritzen ein.

Eltern machen sich ein Bild

Zum Abschlussnachmittag des Feriendomizils sind die Eltern eingeladen und dürfen zusammen mit den Kindern mikroskopieren oder Wasser reinigen. Gregor Disson vom Verband der Chemischen Industrie (VCI) schaut auch vorbei. „Unser Anliegen ist es, frühzeitig das Interesse für Naturwissenschaft und Technik zu wecken und es auch möglichst hochzuhalten“, erläutert er die Hintergründe für solche Experimente-Camps. In der Schule stünden die naturwissenschaftlichen Fächer eigentlich zu spät auf dem Lehrplan, vielmehr sollte in der Grundschule oder auch schon im Kindergarten mit einfachen Experimenten begonnen werden.

„Kinder in dem Alter hinterfragen alles“, weiß auch Alfred Sibla, der seit 2015 fast jedes Mal dabei war, wenn beim Feriendomizil experimentiert wurde. „Die Neugier bei den Kindern ist ungebrochen“, ergänzt er. Für Jörg Vallen eine Bestätigung der guten Arbeit der Experten: „Dann war es für die Kinder interessant und nicht langweilig“, lobt der gerade ausgeschiedene Präsident des Lions Club. Sein Nachfolger Harald Hofmann kann deshalb auch versprechen: „Wir beim Lions Club sind inzwischen begeistert von dem Experimente-Projekt und würden es weiterhin unterstützen.“ su

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