Viernheim

Musikschule Furioser Auftakt der neuen Konzertreihe

Ein Cello zwischen Bach und Beatles

Archivartikel

Viernheim.Mit einem überraschenden Auftakt startete die städtische Musikschule in der Kulturscheune am Sonntag eine neue Konzertreihe. Die Cellistin und Sängerin Mara (Dagmar Kochendörfer) präsentierte bei ihrem Solokonzert dem begeisterten Publikum völlig neue Möglichkeiten der musikalischen Gestaltung mit diesem Instrument: ein Cello auf Abwegen. Viele Gäste kennen die Künstlerin auch als Lehrerin an der städtischen Musikschule. Sie kombinierte bei ihrem Konzert klassische Werke mit Effekten aus Pop und Jazz.

Bei ihrem Studium an bekannten Musikhochschulen und in bedeutenden Meisterkursen bekam dieser musikalische Stil professionelles Format. Die faszinierende Vielseitigkeit prägte ihr Solokonzert als Auftakt einer neuen Konzertreihe der städtischen Musikschule. So erlebten die begeisterten Gäste ein Cello zwischen Johann Sebastian Bach und den Beatles. Aus den samtweichen dunklen Tönen, wie man sie bei dem Cello in einem Orchester oder Streichquartett kennt, wurde in dem Solokonzert eine Band im Stil einer Pop- oder Jazzformation.

„Alllemanda“ aus der Partita II hat Johann Sebastian Bach für eine Geige komponiert. Bei Dagmar Kochendörfer hörte man die Komposition in den höchsten Tönen ihres Cellos. Bei anderen Kompositionen, wie bei der „Bachinasa Brasileiras Nr. 5 Aria“ von Heitor Villa-Lobos machte sie ihr Cello zu einer Gitarre. Mit Hilfe eines besonderen Aufnahmegeräts (Loopstation), auf das sie bestimmte Effekte einer Komposition speichern und später an der gewünschten Stelle als Schlagzeug oder Bass abrufen kann, wird aus dem Solo des Cellos ein Gruppensound. Das Gerät wird mit den Füßen gesteuert. Immer wieder kommt auch ihre sympathische Stimme zur Geltung, mehrmals ohne Text.

Ihr Programm hatte internationales Format, wie man aus mehreren Titeln bekannter Komponisten ersehen konnte. Das rhythmisch betonte „Blackbird“ von den Beatles, „Julie-O“ von dem berühmten amerikanischen Jazz-Komponisten Mark Summer, der „Lovesong“ aus dem Repertoire von Adele oder das rassige „Fragile“ von Sting“. Immer wieder verwandelte sich das Cello in einen anderen Sound dieser bekannten Songs.

Publikum begeistert

Die Begeisterung des Publikums merkte man an dem Beifall nach jedem Titel, vor allem jedoch nach den eigenen Kompositionen der Künstlerin. Bei der Studie „Midnight Music“ schmücken effektvolle disharmonische Takte diese Melodie, bei der ihre Stimme als Instrument hörbar wird. Ein Feuerwerk der Virtuosität zündet die Künstlerin bei ihrer Komposition „Land of Thee“.

Eine so außergewöhnliche Künstlerin unterrichtet Kinder und Jugendliche an der städtischen Musikschule! Das hat die Eltern dieser Kinder besonders beeindruckt. Als der Leiter der Musikschule, Rúnar Emilsson der Künstlerin zum Schluss Blumen überreichte, wollte der Beifall kein Ende nehmen. Erst nach zwei Zugaben, konnte sich Mara – Dagmar Kochendörfer – verabschieden. H. T.

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