Viernheim

Klimawandel Schüler und Lehrer steuern bei Sternmarsch am 1. November die Innenstadt an / Ausstellung „Was geht Planet?“ wird am Abend im Kunsthaus eröffnet

Ein Freitag für die Rettung des Planeten

Archivartikel

Viernheim.Ein wenig aufgeregt ist sie schon. Eine große Rede halten, und das vor knapp 700 Menschen. Von einem Balkon aus! Für Schülerin Nina Martin ist das in jeder Hinsicht eine Premiere. Am Freitag, 1. November, ist ihr großer Tag. Dann marschieren die Schüler der Friedrich-Fröbel-Schule um 11 Uhr geschlossen in einem Sternmarsch und begleitet von Mitarbeitern des Ordnungsamts zum Viernheimer Kunsthaus in der Innenstadt. Vom Balkon aus will Nina dann zu den Schülern sprechen. Das Thema ihrer Rede? Der Klimawandel, natürlich.

Denn der kommende Freitag steht ganz im Zeichen der Rettung des Planeten. Zuerst der Sternmarsch der Schüler und Ninas Rede am Vormittag, dann, am Abend, die Eröffnung der Ausstellung „Was geht Planet?“ im Viernheimer Kunsthaus.

Den Sternmarsch veranstaltet die Fröbelschule im Rahmen eines Projekttages zum Thema Umweltschutz. Sogar die Grundschüler werden mitlaufen. „Wir haben aber auch alle anderen Viernheimer Schulen eingeladen, mitzumachen“, sagt Schulleiter Markus Taube bei der Pressekonferenz am Montag.

Die Jugendlichen der Albertus-Magnus-Schule haben am Freitag frei und also Zeit, vorbeizukommen, erklärt Claus Bunte, Leiter des Kunsthauses. Ob sich noch Jugendliche einer weiteren Viernheimer Schule anschließen, sei ungewiss. „Wir haben die Flyer jedenfalls überall verteilt.“

Jugendliche verteilen Handzettel

Und Nina Martin, die derzeit die zehnte Klasse der Fröbelschule besucht, hat den Schülern ihrer ehemaligen Klasse an der Alexander-von-Humboldt-Schule Flyer in die Hand gedrückt. Ob sie kommen werden? „Das werden wir sehen“, sagt sie und grinst.

Das Engagement der 15-Jährigen ist jedenfalls riesengroß. Nina interessiert sich schon lange Zeit für Naturwissenschaften. „Und das hat ja auch viel mit Umweltschutz zu tun“, erzählt sie. So richtig gewachsen sei ihr Wunsch, sich für den Schutz des Planeten einzusetzen, in den vergangenen Monaten. Die berühmte Klimaaktivistin Greta Thunberg habe da sicherlich auch eine Rolle gespielt.

Doch es gab da auch diesen einen Moment: Mit Claus Bunte und einer Freundin habe sie die große Fridays-For-Future-Demonstration in Mannheim besucht. „Das hat mich sehr beeindruckt“, sagt sie. Dort habe Bunte sie dann gefragt, ob sie nicht vor den Viernheimer Schülern eine Rede halten möchte. Am Tag der Ausstellungseröffnung von „Planet was geht?“ Die Realschülerin musste nicht lange überlegen und sagte zu.

Jetzt bereitet sie schon seit einigen Tagen ihre Rede vor. Vier Minuten will sie sprechen, das Gerüst steht bereits. Den Inhalt verrät sie natürlich noch nicht – nur so viel sagt Claus Bunte: „Ich habe die Rede gelesen und finde sie super!“ Auch bei der Ausstellungseröffnung von „Was geht Planet?“, die am Abend im Kunsthaus stattfindet, will Nina eine kurze Rede halten. Dort werden Fotografien der Fröbelschüler und von angehenden Lehrern des Studienseminars in Heppenheim gezeigt. Sie alle thematisieren den Klimawandel und seine Folgen. Außerdem gibt es Videos von Dario Gallei zu sehen, der die Fridays-For-Future-Demo in Mannheim und weitere in ganz Deutschland besuchte und filmte. Abgerundet wird die Ausstellung durch Fotografien von Alexander Kästel. Doch im Fokus stehen natürlich die jungen Fotografen der Friedrich-Fröbel-Schule. Sie haben sich schon seit vielen Monaten mit den Themen Klimaschutz und Umweltverschmutzung auseinandergesetzt, weiß Giselher Buhl vom Europäischen Fotozentrum bei der Pressekonferenz zu berichten.

„Wir stellten schnell fest, dass es für unsere jungen Fotografen ein wirkliches, inneres Anliegen war, sich einfühlend mit der Natur und den Fragen der Umweltbelastung und klimatischer Veränderung auseinanderzusetzen“, sagt er. Zur gleichen Zeit werden im Fotozentrum der Fröbelschule auch Stillleben zum Thema Umweltverschmutzung ausgestellt, die ebenfalls besichtigt werden können, sagt Buhl.

Und am Ende der Pressekonferenz bringt es Wirtschaftsförderer Alexander Schwarz auf den Punkt: „Es ist eine beeindruckende Bewegung, die von den Kindern ausgeht, und auf uns Erwachsene mächtig Druck ausübt, etwas zu verändern.“

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