Viernheim

Religion Sultan-Ahmet-Moschee öffnet ihre Türen für Interessierte / Deutschlandweite Aktion / Gemütliches Beisammensein im Aufenthaltsraum

Einblick in den Alltag der Muslime

Archivartikel

Viernheim.. Auch in diesem Jahr haben wieder rund 900 Moscheevereine in Deutschland am „Tag der offenen Moschee“ teilgenommen. Mit dabei in Viernheim war die Sultan-Ahmet-Moschee. „Religiosität – individuell, natürlich, normal”, so lautete das Motto des Veranstaltungstags, der seit dem 3. Oktober 1997 vom Koordinationsrat der Muslime (KRM) organisiert wird. In diesem Rat sind die vier großen islamischen Verbände zusammengeschlossen. Die Zahl der teilnehmenden Moscheen war diesmal allerdings etwas geringer als in den Jahren zuvor, in denen sich jeweils über 1000 Moscheen daran beteiligten. Ziel ist es, den Bürgern die Pluralität und kulturelle Vielfalt des muslimischen Glaubens zu vermitteln.

Schon im Hof der Moschee empfing der Vorsitzende des Moscheevereins, Mustafa Ünlü, mit seinemTeam die Besucher herzlich mit einem Rosenwassergetränk und türkischen Bonbons. Nach einer kurzen Kennenlernphase im Aufenthaltsraum ging es dann gleich einen Stock höher in den reich mit Kalligraphien geschmückten Gebetsraum. Die Teilnehmer zogen vorher ihre Schuhe aus und stellten sie in die Schuhregale im Vorraum.

Im Gebetsraum erklärte Mehmet Yorgancioglu, Vorstandsmitglied des Moscheevereins, zunächst die Hauptgegenstände im Gebetsraum: Die in Richtung Mekka ausgerichtete Gebetsnische (Mihrab) gegenüber der sich die Betenden aufstellen und verbeugen, die für die Freitagsgebete vom Imam genutzte Predigtkanzel (Minber) und den Lehrstuhl (Kursi).

Einführung in Inhalte

Anschließend ging der Imam, Cihan Akulut, in seiner von Abdulkerim Balci übersetzten Rede auf die Inhalte des islamischen Glaubens ein. Allah habe den Menschen als besonderes Wesen erschaffen. Damit er glücklich leben könne, habe Allah dem Menschen seine Gebote gesandt, auf dass er sein Leben mit Liebe, Respekt und gegenseitiger Toleranz gestalte. Für Muslime sei die Moschee von besonderer Wichtigkeit. „So wie Fische nur im Wasser leben können, kann ein Moslem nicht ohne Moschee leben“, erklärte der Imam.

Er erläuterte dann die fünf Grundsäulen des Islams: das Glaubensbekenntnis, das Gebet, das Fasten im Fastenmonat Ramadan, die Entrichtung der Armensteuer (Zakat) und die Pilgerfahrt nach Mekka. Er schloss mit dem Wunsch, dass die Menschen nach ihrem Leben alle gemeinsam ins Paradies kommen mögen. Anschließend demonstrierte Abdulkerim Balci anschaulich den Ablauf des islamischen Gebets. Bürgermeister Matthias Baaß hatte es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, die muslimischen Mitbürger an diesem Tag zu besuchen.

Er begrüßte es, dass die Muslime am Tag der Deutschen Einheit ihre Verbundenheit mit der Bundesrepublik zum Ausdruck bringen und freute sich, dass sich die Gemeinde am Sonntag vor einer Woche an dem deutlichen Zeichen der Zivilgesellschaft für Demokratie und Menschenrechte eindrucksvoll beteiligt habe. Er freue sich über so viele Gemeinsamkeiten. Weiter ging es dann mit einer Führung durch die Räume der Moschee. Zu sehen war die Empore des Gebetsraumes, die für die Frauen reserviert ist, die Teeküche sowie die verschiedenen Unterrichträume für die Koranschüler.

Kennenlernen bei Gesprächen

Seinen Abschluss fand der Tag der offenen Moschee in der Sultan-Ahmet-Moschee mit einem gemütlichen Beisammsein im Aufenthaltsraum, bei dem die Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten sowohl salziger als auch süßer Natur und dem traditionellen starken türkischen Tee verwöhnt wurden. In Zwiegesprächen konnte man dann noch weitere Einzelheiten über das Gemeindeleben erfahren. Zu der Gemeinde, die zum Dachverband der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) gehört, zählen rund 130 Familien, die nicht nur aus Viernheim, sondern auch aus Kommunen der Umgebung, wie Weinheim oder Birkenau, kommen.

Wie Mehmet Yorgancioglu berichtete, sind neben Türken auch Somalier und Araber – ja sogar schiitische Iraner – in die Gemeinde integriert. In der seit Februar 1992 in Vierheim ansässigen Gemeinde habe sich ein enges Gemeinschaftsverhältnis entwickelt. Die heute Erwachsenen waren schon als Kinder in das Moscheeleben integriert.

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