Viernheim

Vortrag Katharina Seckler spricht über Medienerziehung

„Eltern sollten klare Regeln formulieren“

Archivartikel

Viernheim.Welche Medien nutzen Kinder und Jugendliche? Was mögen sie, was verstört sie, was langweilt sie? Wie „wirken“ Medien auf Heranwachsende? Was und wie können Eltern durch Medien lernen? Wie können sie ihre Kinder beim Aufwachsen mit neuen Medien unterstützen? Wie könnte ein bewusster Medienumgang in der Familie aussehen?

Über diese Fragen sprach Diplompädagogin Katharina Seckler vom Verein „Blickwechsel“ bei einen Elternabend an der Friedrich-Fröbel-Schule. Der Verein möchte Erwachsene dazu anregen, Medieninhalte auch aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen zu betrachten.

Schulleiter Markus Taube berichtete von seinem Sohn, der in die 5. Klasse geht. Dieser habe zwar kein eigenes Smartphone, sei aber trotzdem Teil einer WhatsApp-Gruppe. Auf dem Smartphone seiner Mutter habe er alle zwei Tage zehn Minuten Zeit, mit seiner Gruppe zu kommunizieren.

Praktische Empfehlungen

Seckler – selbst Mutter zweier Kinder im schulpflichtigen Alter – gliederte ihren Vortrag in eine allgemeine Einführung und in die Schwerpunktthemen „Lesen“, „Schauen“, „Spielen“, „Kommunizieren“ und endete schließlich mit praktischen Empfehlungen für Eltern. Hierbei stützte sie sich auf die Ergebnisse zahlreicher empirischer Studien. Keinesfalls wolle sie die neuen Medien verteufeln. Sie böten Chancen und Risiken zugleich. Wichtig sei, dass Kinder auch die Erfahrung einer begreifbaren Umwelt, zum Beispiel durch Zeltlager oder gemeinsame Mahlzeiten geboten werde.

Keinesfalls dürften elektronische Medien als Babysitter missbraucht werden. Statt Nutzungsverboten, die das Kind unter Gleichaltrigen isolieren würden – sei die Begleitung durch Eltern angesagt. Schon Sechs- bis Siebenjährige hätten ein Handy, aber 97 Prozent der 12- bis 19-jährigen nutzten ein Smartphone.

Im Freizeitverhalten von Kindern spielt das Lesen laut Seckler immer noch eine bedeutende Rolle, während das traditionelle Fernsehen, rückläufig ist.

Allerdings hat sich zwischenzeitlich eine für Erwachsene kaum durchschaubare Youtube-Welt entwickelt. Für Eltern sei es unabdingbar, sich mit dem Youtube-Nutzungsverhalten ihrer Kinder zu beschäftigen. Das Gleiche gelte auch für das Spielverhalten der Kinder. Wichtig sei, dass sich Eltern dafür interessieren und die Nutzungsdauer einschränken.

Die wichtigste Empfehlung, die Seckler den Eltern gab, war: „Seien Sie Vorbild!“ Sinnvoll seien auch Online Filter und die Installation von Jugendschutzprogrammen auf den Geräten. Wichtig sei auf jeden Fall, mit seinen Kindern Regeln zu vereinbaren.

Diese sollten konsequent umgesetzt werden. Keinesfalls dürfe der Zugang zu Medien als Belohnung oder Bestrafung eingesetzt werden. Eine umfangreiche Liste mit Lesetipps und Links rundete den Vortrag ab.

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