Viernheim

Vogelpark Beo zum „Zootier des Jahres“ gekürt / Zuchtpaar bringt drei Küken zur Welt / 20 000 Euro zusätzlich für Futter

Engagement beim Artenschutz

Archivartikel

Viernheim.Ihre Stimme ist Segen und Fluch zugleich: Beos gelten als wahre Sprachkünstler, was den rund 30 Zentimeter großen Vögeln oft zum Verhängnis wird. Ihre Fähigkeit, Geräusche und menschliche Stimmen nachzuahmen, hat sie bei privaten Vogelhaltern beliebt gemacht – in Sri Lanka, Indonesien, Indien und Nepal wurden schwere Bestandseinbußen festgestellt. Die Sperlingsvögel stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten, weshalb ihnen der Vogelpark Viernheim besondere Aufmerksamkeit schenkt.

Die ehrenamtlichen Helfer im Park freuen sich, dass das Beo-Paar im vergangenen Jahr gleich drei Küken erfolgreich großgezogen hat, wie es in einer Mitteilung heißt. Als die Vögel alt und kräftig genug waren, konnten die Jungtiere ins Zuchtprogramm des Vogelparks Marlow abgegeben werden. Dort wurde jetzt der Beo als „Zootier des Jahres“ gekürt, mit dem Ziel, auf die Bedrohung des Singvogels aufmerksam zu machen. Der Ort war nicht zufällig gewählt, hat sich Leiter Simon Bruslund – der auch Mitglied im Verein Vogelpark Viernheim ist – den Artenschutz der Beos zu seiner persönlichen Aufgabe gemacht.

Das Viernheimer Beo-Paar ist aktuell im Winterhaus untergebracht und „wird zu einer hoffentlich ähnlich erfolgreichen Zucht ab März wieder in ihre große Voliere neben dem Papageienhaus umziehen können“, so die Mitteilung weiter. Auch bei anderen bedrohten Arten wie dem Edwardsfasan, den Sonnensittichen oder dem Weißnackenkranich habe sich der Vogelpark Viernheim im erfolgreichen Zuchtjahr 2019 über Nachwuchs gefreut.

Kalender soll Kosten decken

Jedoch sei die Aufzucht dieser Tiere mit hohen Futterkosten verbunden. Seit sich der Park dieser zusätzlichen Aufgabe verschrieben hat, seien sie etwa um das Doppelte „auf mittlerweile fast 20 000 Euro im Jahr angewachsen“, schreibt der Verein weiter in der Mitteilung. Zur Kostendeckung haben die Ehrenamtlichen in Zusammenarbeit mit den Kompass-Naturfotografen nun einen Kalender gestaltet. Dieser kann zur Unterstützung der Artenschutz-Projekte zum Preis von 9,90 Euro im Teeladen, Weltladen und bei Zyrjanov Nageldesign in der Rathausstraße sowie im Veernemer Treffpunkt (Franconvillestraße) erworben werden. cao

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