Viernheim

Yaa Soma Helga Winkenbach und Gaby Weik berichten über ihre Reise nach Burkina Faso

Engagement für Schulen

Archivartikel

Viernheim.Dédougou in Burkina Faso, kurz nach Sonnenaufgang. Ein schwarzes und ein weißes Huhn werden geschlachtet und gerupft. Nur von den Schmieden darf diese Opferzeremonie an einem heiligen Platz vorgenommen werden. Dann werden die Hühner von den Ältesten des Ortes begutachtet. Sehr detailreich schildern Helga Winkenbach und Gaby Weik den zahlreichen Besuchern im Familienbildungswerk ihre Erlebnisse in Burkina Faso. Die Vertreterinnen des Freundeskreises Yaa Soma sind Auftraggeber der außergewöhnlichen Zeremonie. Ihr Wunsch ist es, dass die Götter der Arbeit des Vereins Schutz gewähren.

In einem Lichtbildervortrag berichten die Vorsitzende und die Schriftführerin im FBW über ihre 16-tägige Reise im Januar 2018 durch eines der ärmsten Länder der Erde. Für den Viernheimer Verein, der Kindergärten und Dorfschulen im Umland der Großstadt Koudougou unterstützt, sind gegenseitige Besuche äußerst wichtig für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. An jeder der rund 50 Schulen, denen Yaa Soma Lehrmaterialien, Bänke, Wasserbehälter und Baumsetzlinge zur Verfügung stellt, gibt es eine Vätervertretung und eine Müttervertretung. Diese weisen den Freundeskreis auf Projekte hin, die dann unmittelbar durch Viernheimer Spendengelder gefördert werden können.

So hat Yaa Soma zum Beispiel in Kologwéogo den Bau einer Küche ermöglicht, in der nun die Mütter das Mittagessen für die Schüler kochen. Und in Nanoro haben Eltern eine neues Klassenzimmer errichtet, zu dem der Freundeskreis 25 neue Schulbänke beigesteuert hat. „Das große Engagement der Eltern, die vielen neuen Ideen und die tatkräftige Unterstützung ihrer Kinder beim Weg in die Zukunft“, erklärt Winkenbach, habe sie bei der diesjährigen Reise besonders beeindruckt.

Die beiden Frauen aus Viernheim berichten von überaus freundlichen Menschen, die bei ihrer Ankunft begeistert geklatscht und getanzt hätten. Berührungsängste habe es nie gegeben. „Wenn man so wunderbar empfangen wird, dann vergisst man die stundenlangen Holperfahrten mit dem Jeep und hat Lust wiederzukommen mit mehr Zeit“, so Helga Winkenbach.

Vom König empfangen

Die beiden Frauen nahmen auch am Alltagsleben ihrer Gastgeber in Koudougou teil. So gingen sie mit den Kindern der Familie nachts zum Brunnen, um den Tagesbedarf der Familie an Wasser zu schöpfen. Weik und Winkenbach halfen einer an Malaria erkrankten Frau beim Zubereiten und dem Verkauf von Tofu-Spießen und sie betätigten sich als Glücksfeen bei der Auslosung der Begegnungen für ein Bouleturnier. Zudem nahmen sie am Jubiläumsfest einer Kirchengemeinde teil und lernten die Furcht einflößenden Masken der burkinischen Naturreligion in Dédougou kennen. Schließlich wurden die beiden Vorstandsmitglieder von Yaa Soma sogar von König Naaba Tigré und dessen Prinzessinnen in Nanoro empfangen. Oft bekamen Helga Winkenbach und Gaby Weik bei ihren Begegnungen Erdnüsse, Sumbala-Kerne, Stoffe oder gar Hühner geschenkt.

Der Termin der nächsten Reise steht bereits fest. Im Januar 2019 werden die Vertreter von Yaa Soma erneut nach Burkina Faso reisen. Unterstützt wird ihre Arbeit auch vom Eine-Welt-Kreis. Vorsitzende Hilde Maier überreichte im Rahmen der Veranstaltung eine Spende in Höhe von 1500 Euro. kos

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