Viernheim

Partnerschaft Vorstand bedauert schwindende Kontakte nach Potters Bar

Englischer Club vor dem Aus

Archivartikel

Viernheim.Die schon länger kriselnde Städtepartnerschaft Viernheims mit Potters Bar wird auf eine harte Probe gestellt. Denn der Englische Club, der über Jahrzehnte durch regelmäßige Besuche und die Aufnahme von Gästen einen wichtigen Beitrag dazu geleistet hat, steht kurz vor der Auflösung.

Wie Hedwig Fraas, Vorsitzende des Vereins, im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“ erklärt, sollen die Mitglieder bei einer Versammlung am 14. Januar über einen entsprechenden Beschlussvorschlag abstimmen. Das Pendant zum 1977 gegründeten Englischen Club, die Town Twinning Association in Potters Bar, hat sich laut Fraas bereits vor ein paar Jahren aufgelöst. Dort habe die Mitgliederzahl durch Wegzüge und Todesfälle davor stark abgenommen. Seit der Auflösung erhalte der Englische Club keine Einladungen mehr aus Potters Bar. „Es gibt dort niemanden mehr, der uns aufnehmen könnte“, berichtet Fraas. „Der Zweck unseres Vereins, für eine Verständigung über kulturelle Unterschiede hinweg zu sorgen und Vorurteile abzubauen, kann nicht mehr erfüllt werden“, so die Vorsitzende weiter. Zwar seien aufgrund persönlicher Bekanntschaften über lange Zeit immer noch einzelne Personen ins jeweils andere Land gefahren. „Auch in Viernheim nimmt jedoch die Zahl der Mitglieder unter anderem durch Todesfälle stetig ab“, berichtet Fraas. Rund 60 Mitglieder seien noch verblieben, teils mit Familienangehörigen.

Bürgermeister Matthias Baaß bedauert die aktuelle Entwicklung und lobt das Engagement des Clubs: „Nach dem Krieg war die Aussöhnung zwischen Erzfeinden das Thema, mit vielen ganz persönlichen Begegnungen wurde genau dieses Ziel erreicht.“ Mehrere Vereine, wie etwa der Badminton-Club oder die Pfadfinder, sowie die Albertus-Magnus-Schule hätten weiterhin Kontakte nach Potters Bar. Zusammen mit den Bürgern werde die Stadt überlegen, wie die Partnerschaft nun organisiert werden könne, etwa durch einen Verein, „der sich um alle Partnerschaften kümmert, auch um die neue mit Mlawa in Polen“.

Auf Bedauern stößt das Ende des Englischen Clubs auch beim Französischen Club, der die Partnerschaft mit Franconville fördert. „Wir werden die Engländer vermissen“, erklärt Vorsitzender Hans-Peter Lutz, der auch Mitglied im Englischen Club ist. Im Rahmen einer Dreierpartnerschaft zwischen Potters Bar, Viernheim und Franconville hatte es regelmäßig gemeinsame Unternehmungen und gegenseitige Besuche in den drei Städten gegeben. „Ein Problem ist, dass in Potters Bar, anders als in Viernheim und Franconville, keine Unterstützung durch die Stadt vorhanden ist. Städtepartnerschaften haben in England einfach keine vergleichbare Tradition.“

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