Viernheim

Müll Windeln können ab sofort kostenlos in Container auf dem Wertstoffhof entsorgt werden / Stadt investiert 40 000 Euro pro Jahr

Entlastung für viele Familien

Viernheim.In Bürstadt, Einhausen, Lorsch, Lampertheim und Heppenheim gab es das Angebot schon, nun zieht Viernheim als sechste der 22 Kommunen im Kreis Bergstraße nach: Ab sofort können Familien auch hier kostenlos Windeln entsorgen. Dafür hat der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) im Auftrag der Stadtverwaltung einen zusätzlichen Container auf dem Wertstoffhof am Lampmertheimer Weg aufgestellt.

„Abgerechnet wird nach Gewicht. Dadurch fallen voraussichtlich Kosten in Höhe von 40 000 Euro im Jahr an“, erklärt Erster Stadtrat Bastian Kempf im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“. Diesen Betrag bewilligte die Stadtverordnetenversammlung bei ihrer Sitzung im Dezember 2019. Den entsprechenden Antrag hatte die CDU-Fraktion gestellt (wir berichteten).

„Wir haben uns bei dem Container an Heppenheim orientiert, wo die Windeln nach demselben System entsorgt werden“, berichtet der Erste Stadtrat. Die Zahlen seien in Viernheim allerdings etwas höher, weswegen der vorgesehene Betrag entsprechend angepasst wurde. In Viernheim leben Kempf zufolge rund 1000 Säuglinge und Kleinkinder, die jünger als drei Jahre sind. Von dem neuen Angebot würden daneben Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen profitieren. „Inkontinente Erwachsene brauchen ja auch Windeln.“

Die Verwaltung hatte vor der jetzigen Entscheidung noch eine Alternative zu dem Containersystem geprüft. „In Bürstadt bekommt jede Familie im Monat einen Sack zur Verfügung gestellt, der dann zu Hause abgeholt wird. Das reicht aber bei Weitem nicht aus, um alle Windeln zu entsorgen“, so Kempf.

Gelbe Säcke verboten

In Viernheim ist die Menge, die entsorgt werden kann, praktisch unbegrenzt. Wenn ein Container voll ist, holt ihn der ZAKB ab und stellt einen neuen auf. „Wichtig ist aber, dass nur normale Müllsäcke verwendet werden“, betont der Erste Stadtrat. Gelbe Säcke etwa würden von den Mitarbeitern des ZAKB nicht angenommen, auch wenn sie mit Windeln gefüllt seien. Zudem dürfen nur Viernheimer Bürger von dem kostenlosen Angebot Gebrauch machen. Die Mitarbeiter des ZAKB kontrollieren daher den Ausweis, wenn jemand Windeln entsorgen möchte.

Das neue Angebot lobt Kempf als „sehr gut investiertes Geld, denn es entlastet ganz konkret die Viernheimer Familien“. Er hofft, dass die Stadtverordnetenversammlung das notwendige Geld auch für das kommende Jahr bewilligt. So könne sich die kostenlose Windelentsorgung bald als „standardmäßige“ Dienstleistung der Kommune etablieren.

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