Viernheim

„Entsorgung der Verpackungen ist bezahlt“

Zum Thema Gebührenentwicklung nach ZAKB-Beitritt:

Nachdem ich zum Jahreswechsel 2018/19 Leserbriefe zum Thema der drastischen Gebührenerhöhung des Zweckverbands Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) zum 1. Januar geschrieben habe, gab es viele Reaktionen darauf:

Reaktion 1: Die Bürger

Ich war mehr als überrascht, welch ein riesiges positives Echo es auf meine Leserbriefe gab. Ich wurde angerufen und in Vereinen und Institutionen zustimmend angesprochen und bei meiner Frau, die hier in Viernheim selbstständig ist, ist dies immer noch Gesprächsthema. Und dann die Welle in den diversen sozialen Medien mit mehr als hundert Kommentaren und zusätzlichen Schilderungen zu weiteren Problemen mit dem ZAKB.

Reaktion 2: Stadtverwaltung

Hier hätte ich aufgrund der großen Reaktion eine deutliche Reaktion der Stadtverwaltung erwartet, dass man sich beim Bürger entschuldigt und Nachverhandlungen mit dem ZAKB aufnimmt. Anstelle dessen versucht man das aus meiner Sicht falsche Verhalten mit fiktiven finanziellen Vergleichen der Behälterleerungen ZAKB zur Fa. Hofmann vorzunehmen und Vermutungen anzustellen, wie sich mögliche Preise der Fa. Hofmann weiterentwickelt hätten. Hier kann ich nur sagen: Die Fa. Hofmann hat ihren Betrieb eingestellt. Ein Vergleich dazu ist obsolet, da ein solcher Vergleich unmöglich und damit unrealistisch ist!

In der Industrie ist es üblich – und zwar in fast allen Branchen – dass bei langfristigen Verträgen die ersten drei Jahre feste Preisvereinbarungen beinhalten und darüber hinausgehende Jahre mit einer Preisgleitklausel abgedeckt werden. In diesem Fall wären es die Tariflohnanpassungen und die Kraftstoffpreise, da beide Schwankungen unterliegen. Kurzfristige Preisänderungen nach bereits einem halben Jahr Vertragslaufzeit sind somit ausgeschlossen.

Reaktion 3: ZAKB

Gleich Anfang Januar 2019 versendete der ZAKB seine Gebührenankündigung 2019. Darin zur Abrechnung aufgeführt sind neben den Grundbeträgen der einzelnen Behälterfraktionen auch gleichzeitig die Anzahl die der Mindestleerung übersteigenden Abholungen in Höhe der Zusatzleerungen aus 2018. Das heißt, der ZAKB geht davon aus, dass der Gebührenzahler in 2019 genauso viele Zusatzleerungen in Anspruch nimmt und will wohl nicht das Risiko tragen, dass es weniger werden, und kassiert im Voraus. Wahrscheinlich brüstet man sich Ende 2019/Anfang 2020, dass man sogar Gelder an die Bürger zurückerstattet hat, wenn tatsächlich weniger Leerungen angefallen sind.

In den sozialen Medien machen viele Bürger ihrem Unmut Luft, dass beispielsweise größere Kartons, die neben den Behältern zur Abholung bereitgestellt werden, vom ZAKB nicht mitgenommen werden. Bei Verpackungsmaterial gilt, dass der Verbraucher die Entsorgung bereits mit dem Kauf der Ware bezahlt. Genauso, wie bei den Abfällen, die über den Gelben Sack entsorgt werden. Der Bundesverband der Entsorgungswirtschaft (BDE) empfiehlt, dass Kartonagen nicht kleingerissen werden sollen. Daher ist es wirtschaftlicher, wenn sie in das Sammelfahrzeug geworfen werden und nicht zerrissen über die Papiertonne in das Fahrzeug geschüttet werden. Nimmt der ZAKB den Karton neben der Papiertonne mit, entsteht der einzige Mehraufwand, des zusätzlichen Reinwerfens ins Fahrzeug.

Reaktion 4: Meine eigene

Ich bin fest davon überzeugt, dass ich beim Einkaufen so viel Abfall wie möglich vermeide und das, was sich nicht vermeiden lässt, entsprechend trenne. Im nächsten Herbst werde ich gezwungenermaßen das Laub zum Stamm des Straßenbaums bringen und den Eigentümer (Stadt) bitten, dies abzufahren. Bei den anderen Abfallarten werde ich mir auch etwas überlegen. Hier der Hinweis an die Stadt, damit mir nicht ein „Sheriff“ vor die Haustür gestellt wird: Ich werde auf keinen Fall meinen Müll in die Natur werfen, denn ich erlebe jedes Jahr bei der Wald- und Flurputzaktion, was Umweltfrevler alles an Abfällen in der Landschaft verteilen. Ich bin gespannt, wie die Stadt hier reagiert oder ob das Thema ausgesessen wird.

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