Viernheim

Interview Mentalmagier Christian Fontagnier kommt am 11. Mai nach Viernheim / David Copperfield als Vorbild

„Es ist eine Mischung aus Technik, Können und Glück“

Archivartikel

Viernheim.Christian Fontagnier ist Mentalmagier. Bei seinen Auftritten bezieht er zufällig ausgewählte Zuschauer mit ein und scheint zu wissen, an was sie gerade denken. Er sagt, welche Zahl jemand gewürfelt hat, ohne den Würfel zu sehen. Oder er findet eine Stecknadel, die jemand irgendwo in einer Großstadt versteckt hat. 2015 war Fontagnier Kandidat bei der RTL-Sendung „Das Supertalent“ und ließ dort unter anderem das Mobiltelefon einer ihm vorher unbekannten Zuschauerin klingeln. Am 11. Mai tritt er in Viernheim auf. Der „Südhessen Morgen“ hat mit ihm über seine Zauberkunst gesprochen.

Herr Fontagnier, in den Videos, die man von Ihren Auftritten findet, wenden sie Ihre Zauberkunststücke überwiegend bei Frauen an. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

Christian Fontagnier: Das ist wohl ein Zufall. Meine Erfahrung hat aber gezeigt, dass Frauen offener sind und sich mehr als Männer auf magische Experimente einlassen. Männer sind eher kritisch und skeptisch. Frauen und Kinder lassen sich leichter begeistern.

Zauberer verraten ihre Tricks ja in der Regel nicht, aber können Sie ungefähr beschreiben, mit welchen Techniken Sie arbeiten?

Fontagnier: Ich zaubere im Kleinen, lasse also zum Beispiel keine Autos verschwinden. Psychologie spielt eine wichtige Rolle. Ich arbeite mit dem, was Zuschauer denken, was sie fühlen. Wenn sie dann noch bestätigen, was ich sage, erweckt das bei den anderen Zuschauern ein großes Staunen, weil sie nicht wissen, wie das funktioniert. Angefangen habe ich mit Kartentricks. Aber anstatt zu sagen: „Zieh’ Dir eine Karte“, ist es viel besser zu sagen: „Denk’ Dir eine Karte.“ Das hat nichts mit Wahrsagerei zu tun. Es ist eine Kombination aus Technik, Können und ein wenig Glück.

Funktioniert das immer?

Fontagnier: Wenn ich jemanden auf der Bühne habe, kann ich sehr schnell einschätzen, was ich mit dieser Person machen kann. Manchmal geht das auch schief, aber dann gehe ich auf eine andere Schiene, mache ein anderes Experiment. Der Zuschauer denkt, das wäre normal und merkt es gar nicht.

Wie viel ist dabei Talent, wie viel Übung?

Fontagnier: Zaubern kann im Prinzip jeder lernen. Das ist wie Klavierspielen. Zur Mentalmagie gehören vielleicht 30 Prozent Talent, um dem Ganzen den letzten Schliff zu geben.

Wie kommen Sie zu neuen Ideen?

Fontagnier: Manche Sachen fallen mir ganz plötzlich im Alltag ein, manches findet man auch in Büchern. Bestimmte Tricks kann man kaufen und umändern. Letztlich entwickelt jeder Zauberer seine eigene Zauberpersönlichkeit. Es ist wie bei einem Klavierstück. Jeder Pianist spielt es in seinem Stil und dadurch hört es sich ein wenig anders an.

Schauen Sie sich auch die Vorführungen von Kollegen an, um sich inspirieren zu lassen?

Fontagnier: Angefangen hat bei mir alles mit David Copperfield. In den 80er Jahren habe ich ihn schweben sehen, damals noch auf einem Schwarz-Weiß-Fernseher. Da habe ich gedacht: „Wow, das interessiert mich, da will ich auch einsteigen.“ Auch die Show „The Next Uri Geller“ und der Engländer Derren Brown haben mich inspiriert.

Hilft Ihnen die Mentalmagie im Alltag, zum Beispiel in der Schule? Sie sind ja Lehrer.

Fontagnier: Es gibt ganz tolle mathematische Experimente, die man mit Schülern machen kann, um den Unterricht aufzulockern oder als Belohnung. Ich erkläre den Schülern auch, wie sie funktionieren, damit sie sie ihren Eltern zeigen können. Das sind aber nicht unbedingt die Dinge, die ich auf der Bühne präsentiere.

Sie stammen aus Viernheim. Haben Sie sich für den Auftritt hier etwas Besonderes überlegt?

Fontagnier: Ich werde es am Ende meiner Show in Viernheim schneien lassen. Das ist natürlich kein Mentalexperiment, sondern eher visuell, aber ich kombiniere bei meinen Auftritten gerne beides. Ich möchte die Menschen inspirieren und ihnen zeigen, dass fast alles möglich ist.

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