Viernheim

Ringen Viernheimer Athleten besiegen den AV Germania Sulgen 13:12 / Hausherren holen Rückstand auf

Fans verwandeln Arena in ein Tollhaus

Archivartikel

Viernheim.Am Ende stand gegen den AV Germania Sulgen ein 13:12-Heimsieg. Der Erfolg war allerdings deutlicher, als es die nackten Zahlen aussagen. Gastgeber SRC Viernheim musste bei dem Regionalligakampf nämlich in der Gewichtsklasse bis 57 Kilo auf Horst Lehr verzichten, der bei der Juniorenweltmeisterschaften in der Slowakei die deutschen Farben vertrat. Im Bedarfsfall hätte dieser Kampf innerhalb von drei Wochen nachgeholt werden können, worauf die SRC-Verantwortlichen allerdings verzichteten.

Schlechter Start

Weit mehr als 400 Zuschauer waren in die Ringerarena der Waldsporthalle geströmt, um ihrem Team den Rücken zu stärken. Das war auch notwendig, denn der weit angereiste Tabellenletzte präsentierte sich keineswegs als Punktelieferant. Am Ende waren sich alle Viernheimer einig, einen emotionalen und berauschenden Ringkampf gesehen zu haben, bei dem die Hausherren trotz Hindernissen wieder einmal über sich hinausgewachsen sind. Im Schwergewicht gab der Pole Jacek Krajewski sein Debüt vor heimischem Publikum, musste am Ende aber eine Niederlage quittieren. Sein Gegenüber, der in Expertenkreisen nicht unbekannte Benjamin Lohrer, nahm sofort das Heft in die Hand und zog schnell auf 0:3 davon. Nach der Pause stellte sich der junge Pole besser auf den Kontrahenten ein, konnte allerdings nur noch auf 2:3 verkürzen. In der Gewichtsklasse bis 61 Kilogramm sah sich Mirko Hilkert dem unorthodox ringenden Shota Glonti, amtierender georgischer Meister der U23, gegenüber. In der ersten Runde fand der SRCler kein Rezept und lag schnell mit 0:6 im Hintertreffen. Nach der Pause lief es dann besser und Hilkert konnte trotz der 3:6-Niederlage zumindest noch zwei Mannschaftspunkte retten.

Rahman Bayram konnte in der 98-Kilo-Klasse zwar die ersten Punkte holen, musste aber im Laufe des Kampfes immer wieder Angriffe über sich ergehen lassen. Am Ende hatte Gästeringer Tornike Aladashvili mit 9:4 die Nase vorne. Im freien Stil bis 66 Kilo hatten die Viernheimer Anhänger dann endlich Grund zum Jubel. Shyukri Salimov Shyukriev musste zwar die ersten Punkte an Marco Eckl abgeben, legte danach aber den Vorwärtsgang ein. Trotz heftigster Gegenwehr wurde Wertung um Wertung gesammelt, beim Schlussgong stand ein deutlicher 7:2-Erfolg. Mit einem Halbzeitstand von 2:5 ging es dann in die Pause.

Harter Kampf

Den zweiten Abschnitt startete Sven Rauch gegen David Schulze in der Klasse bis 84 Kilo. Hier bewieß der Viernheimer viel Mut und überließ seinem Gegenüber nach hartem und zähem Kampf nur einen 8:4-Erfolg, wodurch die Gastgeber weiter gut im Rennen blieben. Bereits im nächsten Kampf erhielten die Hoffnungen weitere Nahrung. Pacal Hilkert marschierte gegen Andreas Moosmann von der ersten Sekunde an nach vorne und ließ seinen Gegner nicht zur Entfaltung kommen. Der Sulgener fand kein Mittel und versuchte sich immer wieder dem Kampf zu entziehen. In der letzten Minute hatte der gut leitende Kampfrichter Torsten Baumgartner genug gesehen und disqualifiziert Moosmann. Plötzlich stand es nur noch 6:7.

In der Klasse bis 80 Kilo stand Matthias Schmidt im freien Stil dem ehemaligen Nendinger Bundesligaringer und Sulgener Trainer Semih Bosyan gegenüber. Der Viernheimer ließ sich davon nicht beeindrucken und zeigte schnell wer Herr auf der Matte ist. Mit gezielten Beinangriffen holte er den Routinier immer wieder von den Beinen und konnte kurz vor Kampfende einen Überlegenheitssieg feiern und sein Team mit 10:7 in Führung bringen. Sein Bruder Sebastian Schmidt wollte da natürlich nicht nachstehen. In der Klasse bis 75 Kilo Freistil konnte er gegen Fabio Herzog ein ums andere Mal punkten und landete am Ende einen unangefochtenen 12:2-Sieg.

Der letzte Kampf des Abends (75 Kilo im griechisch-römischen Stil) konnte die Entscheidung bringen. Florian Scheuer gegen Jannik Malz lautete hier das Duell. Scheuer hatte seine beiden bisherigen Kämpfe schon gewonnen und zeigte auch diesmal was in ihm steckt. Zwar wurde der Kampf eng geführt, meistens aber mit Vorteilen für den Viernheimer. In der zweiten Halbzeit konnte Malz aber vier Punkte sammeln und lag plötzlich in Führung. Mit zwei Zählern im Schlussspurt schaffte der SRCler dann aber noch den Ausgleich zum 5:5. Der knappe Sieg ging wegen der höheren Einzelwertung allerdings an die Gäste. Trotzdem reichte es für die Gastgeber zu einem 13:12-Endstand, der die Austragung eines Nachholkampfs überflüssig machte.

Nachwuchs siegt – Reserve verliert

In den Vorkämpfen gewann der SRC-Nachwuchs „Rebels“ gegen die Bergstraßen Kids mit 25:20. Die zweite Mannschaft unterlag dagegen dem KSC Graben-Neudorf deutlich mit 11:22. Für die „Rebels“ waren Tyler Wiegandt, Nils Gerber, Cassandra Sauer, Niko Filiz, Maurice Tandler, Felix Michael und Suzan Filiz siegreich. Der Sieg hätte allerdings noch höher ausfallen können, wenn Mohamed Masaldzhi das notwendige Höchstgewicht auf die Waage gebracht hätte. Seinen Kampf gewann er nämlich überlegen, war aber zu schwer gewesen. Matti Schiezolt, Berat Gandour und Romy Michael mussten dagegen die Überlegenheit ihrer Gegner anerkennen. Bei der Reservemannschaft siegten der erst 14-jährige Felix Michael sowie Marcel Purschke nach Punkten sowie Norman Balz und Marco Schmitt mit technischer Überlegenheit. Finn Stromer, Sascha Niebler, Dominik und Pascal Medelnick sowie Dennis Gunkel mussten den Sieg dagegen ihren Gegnern überlassen.

Am nächsten Wochenende findet ein erneuter Heimkampftag statt. Die SRC-Rebels empfangen die Schüler des RSC Eiche Sandhofen, die zweite Mannschaft empfängt den KSV Östringen und die Erste duelliert sich mit dem KSV Hofstetten. JR

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