Viernheim

Vogelpark Projekt „Silent Forest“ warnt vor Artenrückgang in Asien

Ferngläser für mehr Einsicht

Archivartikel

Viernheim.Zugegeben, die Singvögel in Deutschland haben es schwer: Das Insektensterben, der Einsatz von Giften in der Landwirtschaft und die Zerstörung natürlicher Lebensräume haben die Artenbestände teilweise drastisch reduziert. „Zum Beispiel die auch in Viernheim ansässige Blaumeise sieht man immer seltener am Himmel“, erklärt Christian Metzger vom Vogelpark im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“.

Viel schlechter ergeht es allerdings den Singvögeln in Südostasien. Hier stehen zahlreiche Arten kurz vor der Ausrottung. Besonders bedroht ist der Balistar, bei dem sich der Vogelpark schon seit über zehn Jahren an einem Zuchtprogramm beteiligt. Um auf die Ursache des Artenrückgangs in Südostasien aufmerksam zu machen und diesem entgegenzuwirken, hat der europäische Zooverband EAZA die „Silent Forest“- Kampagne ins Leben gerufen, bei der sich der Vogelpark Viernheim ebenfalls einbringt.

Lukratives Geschäft

Denn Vögel in Käfighaltung sind beliebte Haustiere in Südostasien. „Sie werden zu Tausenden gefangen und auf riesigen Märkten verkauft“, berichtet Metzger. Singvogel-Wettbewerbe seien für die Menschen dort ein bedeutender kultureller Aspekt. „Es gibt etwa in Indonesien eine Vielzahl von Vereinen, die die Wettbewerbe zu riesigen Veranstaltungen und dadurch zu einem lukrativen Geschäft machen“, sagt Metzger. Dazu kommen der illegale Handel und der Export der Tiere. „All das hat dazu geführt, dass die Singvögelbestände in den Wäldern Südostasiens rapide abgenommen haben.“

Ziel der „Silent Forest“-Kampagne ist es unter anderem, Bildungsangebote und Aufklärungsarbeit in der Heimat der Tiere zu leisten, Haltungsrichtlinien für betroffene Vogelarten zu erstellen und die legale Zucht zu unterstützen. Dafür werden vom Vogelpark alte Ferngläser gesammelt. Sie können einfach im Park abgegeben werden. Mit ihnen sollen vor allem Kinder an den Ökobildungszentren in ganz Indonesien ihre einheimischen Vogelarten in der freien Natur beobachten. „Das Ziel ist, dass die Menschen vor Ort ein besseres Verständnis für die Natur und für nachhaltiges Verhalten entwickeln und ihre vom Aussterben bedrohten Vogelarten schätzen und schützen lernen“, so Metzger. cao

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