Viernheim

Unglück Küchenbrand löst Großeinsatz am Königsacker aus

Feuerwehr rettet Bewohner mit Drehleiter

Viernheim.„Schon bei unserer Ankunft hat sich eine Familie an einem Fenster bemerkbar gemacht“, berichtet Lucas Haas. Wegen eines Brandes in einem dreigeschossigen Haus am Königsacker wurde die Freiwillige Feuerwehr, deren Sprecher Haas ist, am Mittwochmorgen gegen 6.20 Uhr alarmiert.

Die Familie am Fenster, zwei Erwachsene und ein Kind, hätten die Einsatzkräfte mit der Drehleiter aus dem zweiten Obergeschoss retten müssen, da das Treppenhaus aufgrund der Rauchentwicklung nicht mehr benutzbar gewesen sei. Später wurden die Familienmitglieder laut Haas wegen des Verdachts einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Drei weitere Personen habe die Feuerwehr, ebenfalls mit der Drehleiter, von einem Balkon an der Rückseite des Gebäudes gerettet. Die Bewohner im Erdgeschoss hätten das Haus selbstständig verlassen können.

Ausgebrochen ist das Feuer Haas zufolge höchstwahrscheinlich in der Küche einer Erdgeschosswohnung. „Es gab dort einen Zimmervollbrand. Das Feuer hat sich anschließend auf das Wohnzimmer ausgebreitet.“ Der Rest des Hauses sei vor allem durch Rauch in Mitleidenschaft gezogen worden. Sechs Wohnungen seien unbewohnbar.

Schon bei der Ankunft der Feuerwehr sei Rauch aus mehreren Fenstern gedrungen. „Wir sind mit einem Löschzug angerückt, das sind 16 Einsatzkräfte, drei Großfahrzeuge und ein Einsatzleitwagen. Nachdem wir das Ausmaß des Brandes erkannt hatten, haben wir aber gleich Verstärkung angefordert“, berichtet Haas. Ein weiteres Löschfahrzeug, ein Abrollbehälter und ein Gerätewagen seien daraufhin dazugekommen, ebenso zehn weitere Feuerwehrleute. Bei der Brandbekämpfung hätten die Einsatzkräfte Atemschutzgeräte getragen.

Neben der Feuerwehr waren unter anderem acht Rettungswagen, zwei Notarztwagen, Kreisbrandinspektor Steffen Lutter und der Einsatzleitwagen der Johanniter vor Ort. Auch die Polizei rückte mit einem Streifenwagen an. Die Brandursache sei noch ungeklärt, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit, die Kriminalpolizei ermittle. Auch die Höhe des Schadens stehe noch nicht fest. Ein Sprecher der Johanniter-Unfall-Hilfe berichtete, dass fünf Hausbewohner in die feste Betreuungsstelle der JUH gebracht wurden. Dort seien sie mit belegten Brötchen und warmen Getränken versorgt und von Helfern der Notfallseelsorge betreut worden.

Städtische Wohnung

Inzwischen sind die fünf Bewohner in einer städtischen Wohnung untergebracht, wie Volker Klein, Leiter des Ordnungsamts, auf Anfrage mitteilt. „Dort können sie vorerst auch bleiben.“ Die Kosten übernehme voraussichtlich die Brandschutzversicherung. Kleidung habe die AWO zur Verfügung gestellt. Die restlichen Bewohner seien privat untergekommen.

Von außen zeigt das Haus am Mittwochmittag nur geringe Rußspuren. Mehrere Fenster und eine Tür im Erdgeschoss sind mit Pressspanplatten verschlossen. „Das war aber eine Riesensache“, sagt eine ältere Nachbarin über den Brand und den damit verbundenen Einsatz. Durch die Fenster betrachtet habe es drinnen wüst ausgesehen. „In der Küche sind fast alle Fliesen ab.“

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