Viernheim

Kommunikation Telekom verlegt 21 Kilometer Glasfaserkabel in Gewerbegebieten / Verbesserungen für Innenstadtanschlüsse bis Anfang 2020

Firmen bekommen schnelles Internet

Archivartikel

Viernheim.Die Versorgung mit schnellem Internet ist in Viernheim einen wichtigen Schritt vorangekommen. Wie Simone Remdisch, Regionalmanagerin der Deutschen Telekom und zuständig für den Infrastrukturvertrieb, im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“ erklärt, hat das Unternehmen entschieden, ein zusätzliches Netz mit Glasfaserkabeln in einer Länge von 21 Kilometern in den Gewerbegebieten 1 und 2 im Nordosten der Stadt sowie in Teilen des Gewerbegebiets Bannholzgraben einzurichten.

Voraussetzung dafür war, dass mindestens 30 Prozent der Unternehmen, die an die neuen Leitungen angeschlossen werden könnten, während des inzwischen abgelaufenen Vorvermarktungszeitraums einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen. Diese Marke sei erreicht worden, sagt Remdisch, ohne die genaue Zahl zu nennen.

Das geplante Glasfasernetz, von dem bis zu 940 Unternehmen profitieren könnten, ist unabhängig vom bereits bestehendenden System. Dieses verwendet die sogenannte Vectoring-Technologie mit einer Mischung aus Glasfaser und Kupferkabeln. „Für das neue Netz werden höchstens bereits verlegte Leerrohre verwendet, aber keine bestehenden Leitungen“, erklärt Remdisch. Bisher sind an manchen Stellen in Viernheim beim Herunterladen Übertragungsraten von höchstens 250 Megabit pro Sekunde möglich. In vielen Gebieten stehen jedoch nur weitaus langsamere Verbindungen zur Verfügung.

Produkt ist entscheidend

Die maximal mögliche Übertragungsgeschwindigkeit der geplanten Leitungen beträgt laut Remdisch 100 Gigabit pro Sekunde. „Entscheidend ist jedoch, welches Produkt der Kunde bucht.“ So werde es zum Beispiel auch Anschlüsse mit Übertragungsraten von 100 Megabit pro Sekunde oder einem Gigabit pro Sekunde geben.

Für Viernheim ist die Ausbauentscheidung der Telekom ein wichtiger Schritt, erklärt Alexander Schwarz von der städtischen Wirtschaftsförderung. „Unternehmen können nach Abschluss der Bauarbeiten mehr Dienstleistungen anbieten, was den Standort Viernheim attraktiver machen wird.“ So habe sich zum Beispiel ein Unternehmer bei ihm beklagt, weil er in der Mittagspause bestimmte Arbeiten nicht durchführen könne. „Dann sind alle Mitarbeiter im Internet und die Leitungen sind überlastet.“

Die Entscheidung der Telekom ist laut Schwarz für die Stadt auch deshalb wichtig, weil diese nichts für den Ausbau bezahlen muss. „Da Viernheim unter dem Schutzschirm des Landes Hessen war, durften wir diese Investition auch gar nicht tätigen.“ Der Ausbau müsse sich selbst tragen. Deswegen habe er lange Verhandlungen mit der Telekom geführt, so Schwarz. Für den Ausbau der Leitungen in weiteren Teilen des Stadtgebiets sei er mit anderen Anbietern im Gespräch. Wo die Telekom schon Leitungen verlegt hat, würden sich außerdem gegebenenfalls andere Anbieter einmieten. Viernheim sei für Kommunikationsunternehmen attraktiv, weil es sehr kompakt ist, so Schwarz.

Wann die neuen Anschlüsse der Telekom in den Gewerbegebieten verfügbar sein werden, lässt sich laut Remdisch noch nicht definitiv sagen. Auch ist noch unklar, wo die Leitungen genau verlaufen werden. Die Detailplanungen würden gerade erst beginnen. Ein gutes Jahr werde bis zur Fertigstellung wohl mindestens noch vergehen. Schneller kommen wohl Verbesserungen für Anschlüsse in der Innenstadt. Bisher sind im Nahbereich um die sogenannte Vermittlungsstelle in der Regel nur Übertragungsraten von unter 100 Megabit pro Sekunde möglich.

Die Vermittlungsstelle befindet sich im ehemaligen Postgebäude, in dem seit ein paar Wochen auch die Polizei ihre Räume hat. Zum Nahbereich gehören Anschlüsse, bei denen die Länge des Hauptkabels bis zur Vermittlungsstelle 550 Meter oder weniger beträgt. Die entsprechenden Haushalte sind entweder direkt oder über Verteiler durch Kupferkabel mit der Vermittlungsstelle verbunden.

Bis zum ersten Quartal 2020 sollen im Nahbereich laut Remdisch mit der Supervectoring-Technologie Geschwindigkeiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Dazu werden zwischen Vermittlungsstelle und Verteilern Glasfaserkabel verlegt. Nur für das letzte Stück folgen dann noch Kupferkabel. Die Tiefbauarbeiten dafür sollen laut Remdisch nach derzeitigem Planungsstand im November 2019 abgeschlossen sein.

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