Viernheim

Städtepartnerschaft I Bürgermeister von Mława und Viernheim unterzeichnen Urkunde / Flaggenhissung vor dem Rathaus

„Freundschaft ist das Wichtigste“

Viernheim.Die Tinte ist gerade getrocknet, da stoßen Viernheimer und die Gäste aus Mława an, auf die gerade geschlossene Freundschaft zwischen den beiden Städten.

Die Bürgermeister Matthias Baaß und Sławomir Kowalewski haben ihre Unterschrift unter einen Partnerschaftsvertrag und eine Urkunde gesetzt und versprechen damit, „diese Partnerschaft zu fördern, um zukünftig eine feste Grundlage für Verständnis, Respekt und Freundschaft zwischen den Bürgern von Viernheim und Mława zu schaffen.“ Die Unterzeichnung der Dokumente ist der Höhepunkt des Partnerschaftswochenendes.

Die Delegation aus Polen und die Viernheimer Vertreter von Politik, Verwaltung und Gesellschaft hatten vor dem Rathaus zunächst die Flaggen der beiden Länder und die Europaflagge gehisst. „Dass wir diesen Vertrag unterzeichnen, ist euch allen und eurer Haltung zu Europa, Deutschland und Viernheim zu verdanken. Mir ist es eine Freude diesen Tag mit euch zu erleben“, bedankte sich Bürgermeister Baaß auf Polnisch, und bekam dafür begeisterten Applaus der Gäste.

Historisch belastet

„Versöhnung, partnerschaftliche Zusammenarbeit und freundschaftliche Beziehungen können aber nur stattfinden, wenn die Vergangenheit nicht verdrängt, sondern ehrlich benannt wird“, erinnerte Baaß an die historisch belasteten Beziehungen. Deutsche, die nach 1945 geboren seien, hätten die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass nie wieder von deutschem Boden Krieg ausgehe.

„Warum wollen Städte eine solche Partnerschaft?“, fragte Kowalewski in die Runde und lieferte gleich die Antwort: „Sie haben eine Ähnlichkeit, nicht unbedingt im Kopf, sondern im Herzen.“ Deutsche und Viernheimer, Polen und Bürger von Mława wüssten um die Geschichte der beiden Länder und gäben das auch an Jüngere weiter. „Wenn wir uns erinnern, stellen wir fest, dass Frieden und Freundschaft das Wichtigste für die Zukunft sind.“

Beeindruckt zeigte sich Kowalewski von seinen Viernheimer Kollegen, die wenige Tage zuvor in Mława waren. Er ehrte Baaß, Stadtverordnetenvorsteher Norbert Schübeler und Stephan Schneider, den Leiter des Kultur- und Sportamts, als „Bauherren des Friedens“. Nicht vergessen wurde Norbert Hofmann. Dem früheren Bürgermeister und Landrat war eine Verbindung nach Polen schon immer wichtig.

Der Stadtverordnetenvorsteher aus Mława, Lech Prejs, freute sich, dass Viernheim seine Stadt ausgewählt hat. Dank der EU könne man nun Partner und Freunde werden. Das betonte auch sein Viernheimer Kollege Schübeler: „Die Gremien unserer Städte haben beschlossen, sich gemeinsam für die Bewahrung des Friedens, die Förderung der Völkerverständigung und die Versöhnung beider Länder einzusetzen.“ Der Stadtverordnetenvorsteher verglich die Städtepartnerschaft mit einer gemeinsamen Wanderung. Weggefährten würden sich über Ausgangspunkt und Ziel verständigen. An bestimmten Meilensteinen sprächen sie die nächste Strecke ab. „Diese Unterzeichnung von Partnerschaftsurkunde und Partnerschaftsvereinbarung ist ein erster Meilenstein“, so Schübeler.

Vor der Unterzeichnung gibt es noch eine Überraschung. Die Polen sind mehr als begeistert, als Steffen Möller in den Ratssaal kommt. Der Wuppertaler war ursprünglich für einen Polnischkurs nach Warschau gefahren, zog später als Deutschlehrer ganz nach Polen und kam zufällig zu einer Rolle in einer Fernsehserie. Fast auf den Tag genau vor acht Jahren war der Kabarettist in Viernheim und warb in seinem Programm aktiv für eine Städtepartnerschaft. Jetzt freut er sich über die Hochzeit der Städte – „wo Viernheimer doch sonst nur Mannheimer heiraten.“

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