Viernheim

Konzert Pianistin Olga Zolotova überzeugt in der Kulturscheune mit Stücken von Bach, Haydn und Skrjabin

Frohe Schwerelosigkeit begeistert

Viernheim.Der Beifall in der Kulturscheune wollte kein Ende nehmen. Er war Beweis für die Begeisterung des Publikums für einen Klavierabend der Pianistin Olga Zolotova. Das Konzert war Teil ihrer seit 2013 laufenden Reihe „Wege - Epochen - Genies“, in der sie außergewöhnliche Werke bekannter Komponisten spielt.

Nach ihrem Studium an Musikhochschulen in Russland und Deutschland ist sie inzwischen eine gefragte Solistin bei großen Festspielen, etwa in Schwetzingen und Bayreuth. Neben ihren Auftritten in mehreren europäischen und russischen Musikmetropolen ist Olga Zolotova seit 2003 Lehrbeauftragte für Klavier an der Universität Siegen, sie unterstützt als Musikpädagogin die Musikschulen Siegen, Dossenheim und Viernheim. Bei der Begrüßung des Publikums stellte der Leiter der Viernheimer Musikschule, Rúnar Emilsson, den Klavierabend als ein Beispiel für hochkarätige Konzerte vor. Um solche Konzerte besuchen zu können, müsse man nicht nach Mannheim oder Heidelberg fahren.

Zolotovas Bemühen, ganz besondere Werke der Musikgeschichte zu vermitteln, wurde bereits bei einer Komposition Johann Sebastian Bachs (1685 bis 1750) erkennbar. Aus dem „Wohltemperierten Klavier“ Band 2 spielte sie Präludium und Fuge F-Dur und aus Band 1 Präludium und Fuge c-Moll. Dabei gestaltete sie die schwierigen Variationen zu einem farbigen Tonteppich. Diese Vielfalt führte zu Joseph Haydn (1732 bis 1809). Sein „Andante con Variazioni“ f-Moll war ein launiger Wechsel von rhythmischer Bestimmtheit zu froher Schwerelosigkeit. Bei der Sonate Es-Dur überraschte vor allem der plötzliche Wechsel der Tempi von traumhaftem Verweilen zu virtuosem Feuerwerk.

Grenze zur Atonalität

Ein besonderer Höhepunkt des Programms waren fünf Kompositionen von Alexander Skrjabin (1872 bis 1915). Der russische Komponist genießt auch heute noch den Ruf eines unglaublich begabten Künstlers. In seiner Vielseitigkeit gelangt er auch immer wieder an die Grenze zur Atonalität.

Mit der Barcarole Fis-Dur und dem Scherzo h-Moll von Frédéric Chopin klang der großartige Klavierabend aus. Bei minutenlangem stehenden Applaus konnte Zolotova zahlreiche Blumengebinde, auch aus dem Publikum, entgegennehmen. H.T.

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