Viernheim

Jubiläum I Eine-Welt-Kreis feiert 25-jähriges Bestehen / Weltladen seit zehn Jahren beliebter Treffpunkt in der Fußgängerzone

Für ein faires Miteinander

Archivartikel

Viernheim.Der Eine-Welt-Kreis und der Weltladen feiern Jubiläum: Seit 25 Jahren gibt es den Verein, der sich vornehmlich auf Projektpatenschaften und den fairen Handel konzentriert. Ein Ergebnis ist der Weltladen, der sich seit zehn Jahren am heutigen Standort in der Fußgängerzone befindet.

Im Jahr 1987 entstand in der Gemeinde St. Aposteln die Idee eines Dritte-Welt-Kreises. „Zwei Schwerpunkte bestimmten die Arbeit: monatlicher Verkauf von Artikeln aus der Dritten Welt und die Suche nach geeigneten Projektpartnerschaften“, heißt es in einem Faltblatt zur Geschichte des Vereins. Ein Jahr später wurden schon Kontakte zu Pfarrer Lothar Bauchrowitz nach Brasilien geknüpft. In Rondonopolis betreut er nicht nur 30 Gemeinden, sondern auch Kindergärten, Ausbildungszentren und den Häuserbau in den Slums. 1989 fand das erste Eintopfessen zugunsten dieser Projekte statt, heute noch lädt der Verein zum Fastenessen ein und unterstützt damit weiterhin das Wirken von Pfarrer Bauchrowitz.

Verkauf im Bauwagen

1994 benannte sich die Gruppe um und wurde als Eine-Welt-Kreis ein eingetragener Verein. Auf diese Weise sollte deutlicher werden, dass Arm und Reich in einer Welt leben und die Menschen füreinander Verantwortung tragen. Weiterhin verkaufte man Waren aus fairem Handel – erst aus einem Bauwagen heraus, später in einem kleinen Laden neben dem Kettelerheim.

Im Jahr 2009 zog der Laden um, man brauchte eine größere Fläche, um der größer werdenden Nachfrage auch gerecht zu werden. Da kam die 72-Stunden-Aktion gerade richtig: Die KJG St. Aposteln renovierte damals in drei Tagen die Räumlichkeiten des ehemaligen Jeans-Shops, und nur vier Wochen später zog der Eine-Welt-Laden ein.

Seitdem ist der Weltladen, mit dem Eine-Welt-Kreis als Trägerverein, im Stiftungshaus der Sparkasse beheimatet und aus der Fußgängerzone nicht mehr wegzudenken. Die Kunden schätzen nicht nur das breite Warenangebot mit Kaffee, Schokolade, Honig und Dekorationsartikeln, sondern sehen den Weltladen auch als Treffpunkt zum Kaffeetrinken oder einfach nur zum Erzählen.

„Die Viernheimer haben das Fachgeschäft des fairen Handels mittlerweile gut angenommen und fühlen sich dem Weltladen und seiner Idee verbunden“, bestätigt auch Hilde Maier, die Erste Vorsitzende des Eine-Welt-Kreises. Fairer Handel bedeutet, dass die Produzenten faire Preise für ihre Erzeugnisse bekommen, gute Arbeitsbedingungen vorfinden und sich dadurch die Lebenssituation verbessert.

Der Weltladen selbst ist ein Non-Profit-Unternehmen. Der Trägerverein macht keinen Gewinn mit dem Ladenbetrieb. Die Verkaufserlöse werden stattdessen an entwicklungspolitische Förderprojekte weitergeleitet. 30 Mitarbeiter sorgen dafür, dass der Weltladen täglich geöffnet ist. Und sie engagieren sich allesamt ehrenamtlich für eine nachhaltige Zukunft und helfen seit über zehn Jahren mit, die Welt ein bisschen zu „fairändern“.

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