Viernheim

Gesellschaft Viernheimer Delegation besichtigt polnische Stadt Mława / Aufbau einer partnerschaftlichen Beziehung geplant

Gastfreundschaft beeindruckt Besucher

Archivartikel

Viernheim.Mit neuen Ideen und konkreten Ergebnissen kehrte die zwölfköpfige Viernheimer Delegation aus Mława zurück. Beim Bewegungswochenende wurden mögliche Projekte und Kooperationen zwischen Viernheim und der polnischen Stadt besprochen.

So gibt es erste Überlegungen für ein Treffen der Pfadfinder, auch die Musikschule sowie die städtische Jugendförderung wollen Austausche organisieren. Und vielleicht kommt ein Fußballspiel zwischen dem TSV Amicitia und der Ersten Mannschaft aus Mława zustande.

1200 Kilometer mit dem Zug

Die Viernheimer Gruppe mit Bürgermeister Matthias Baaß, Stadtverordnetenvorsteher Norbert Schübeler, dem ehemaligen Bürgermeister und Landrat Norbert Hofmann, Stadtverordnetem Dieter Rihm, Alfred Schmidt (Mitglied der Kommission für städtepartnerschaftliche Beziehungen), Uwe Tobias (Technisches Hilfswerk), Markus Müller (Viernheimer Pfadfinder), Larysa Kay-Kulakowski (Verein „Lernmobil“), Alexandra Busalt (Kommunales Freizeit- und Sportbüro), Rúnar Emilsson (Musikschule), Sabine Ruth (Stadtjugendförderung) und Dr. Barbara Zielinska-Nolte („Bürgergruppe Viernheim“) als Dolmetscherin trat die Reise ins 1200 Kilometer entfernte Mława mit dem Zug an. Vom Zugabteil aus hatte man die beste Aussicht auf die landschaftlichen Schönheiten unterschiedlicher polnischer Regionen.

Als Gastgeschenk hatten die Viernheimer Quitten- und Mirabellenlikör aus dem Museum der Stadt mitgebracht sowie CDs der Starkenburg Philharmoniker und Infobücher über Viernheim. Samstags hatten die Delegationsmitglieder ein umfangreiches Besuchsprogramm zu absolvieren, unter anderem ein Delegationstreffen mit Vertretern der Stadt Mława und der italienischen Kleinstadt Moscufo in der Provinz Pescara in den Abruzzen, die seit 2009 eine offizielle städtepartnerschaftliche Beziehung zu Mława pflegt. Überaus interessant und unterhaltsam waren die Feierlichkeiten im Rahmen des „Mławskie Targi Przemysłowe“, an dem man der Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1429 gedenkt. Beim kurzen Stadtrundgang beeindruckten die diversen Sportanlagen des städtischen Sport- und Freizeitzentrums.

In musikalischer Hinsicht kamen die Gäste beim Summer-City-Festival (Tage der Jugend) im Stadion mit gleich mehreren Folk- und Rockbands voll auf ihre Kosten. Mława ist eine Stadt mit Kultur und Geschichte. Hiervon konnte sich die Viernheimer Delegation beim Besuch des „Museums des Zawkrzyska Landes“ am Sonntag überzeugen. Alljährlich gedenkt man der geschichtlich interessanten Schlacht von Mława, auch „Verteidigung der Mława-Stellung“ genannt, zwischen dem 1. und 3. September 1939. In dieser Schlacht des Polenfeldzuges waren die Kämpfe auf beiden Seiten verlustreich. Entsprechend bedrückende Stimmung herrschte beim Besuch des deutschen Soldatenfriedhofs.

Am Nachmittag fuhr man zur Neidenburg, einer gotischen Deutschordensburg in Nidzica im Bezirk Ermland-Masuren in Polen. Die Neidenburg beherbergt heute ein Museum, ein Hotel und ein Kulturzentrum. Am Abend nahm sich der gastgebende Bürgermeister Kowalewski über zwei Stunden Zeit, den Gästen aus Viernheim die Sehenswürdigkeiten seiner Heimatstadt näherzubringen.

Bürgermeister Matthias Baaß und Stadtverordnetenvorsteher Norbert Schübeler zogen bei der Abreise ein positives Fazit: „Wir sind ausgesprochen herzlich aufgenommen worden, haben interessante Gespräche führen, Meinungen austauschen und die Freundschaft beider Städte vertiefen können. Alle Mitgereisten aus Politik, Vereinen und Institutionen empfanden die Begegnung in mehrfacher Hinsicht als beeindruckend und wertvoll.“ Beide können sich die Besiegelung einer offiziellen Städtepartnerschaft mit Mława gut vorstellen und würden sich diese vor dem geschichtlichen Hintergrund beider Völker auch ausdrücklich wünschen.

Arbeit für den Frieden

„Persönliche Kontakte und Freundschaften zwischen Menschen anderer Länder sind Garant dafür, dass Vorurteile abgebaut und Meinungsunterschiede auf friedlichem Wege geklärt werden könnten. Städtepartnerschaften sind letztlich Arbeit für den Frieden zwischen den Völkern, eine Investition für ein friedliches Europa“, meint der Bürgermeister. Und Norbert Schübeler erinnert: „Zu den Sternstunden Europas gehört die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich im Westen sowie zwischen Deutschland und Polen im Osten – zum Partner und Freund.“ Auch Mławas Bürgermeister Kowalewski ist überzeugt: „Geschichte ist wichtig, aber die Zukunft ist noch wichtiger.“

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