Viernheim

Rudolf-Harbig-Halle Dachkonstruktion wird möglicherweise komplett ersetzt / Spielbetrieb der Vereine vorerst gesichert

Gebäude bis Ende 2020 gesperrt

Viernheim.Der Trainings- und Spielbetrieb der Viernheimer Vereine bleibt voraussichtlich noch länger eingeschränkt. Denn die Rudolf-Harbig-Halle, die die Stadt Ende Oktober wegen Rissen in der Decke gesperrt hatte (wir berichteten), muss bis mindestens Ende 2020 geschlossen bleiben.

Davon gehen laut Erstem Stadtrat Bastian Kempf die Statiker aus, die die Halle in den letzten Monaten untersucht haben. In der Summe hätten verschiedene Baumaßnahmen seit der Errichtung des Gebäudes im Jahr 1972 zu statischen Problemen geführt. Diese zeigten sich seit Sommer 2019 durch Schäden an Ytong-Platten der Decke. Dazu beigetragen haben könnten laut Kempf schon die 1972 an die Halle angebauten Umkleiden und das Materiallager. Hinzu gekommen seien das 1996/97 auf das Flachdach aufgesetzte Satteldach, die 2013 aufgebrachte Photovoltaikanlage und die Einbauten bei der energetischen Sanierung 2017. Am Ende habe vermutlich eine Kleinigkeit zu einer für die Platten schädlichen Spannung geführt.

Ende Februar wollen die Statiker einen schriftlichen Bericht vorlegen. Dann soll entschieden werden, ob die Dachkonstruktion komplett ersetzt oder nur repariert wird. Beide Lösungen wären laut Kempf sehr aufwendig, da in jedem Fall Heizung, Beleuchtung und Belüftung, die 2017 angebracht wurden, ausgebaut werden müssten. Die Ytong-Platten seien notwendig für die Stabilität des Gebäudes und könnten nicht einfach entfernt werden.

Der Prüfstatiker habe außerdem angekündigt, dass im Fall einer Reparatur der bestehenden Konstruktion diese jedes Jahr wieder neu abgenommen werden müsste. Sobald die Kostenschätzungen für beide Varianten vorliegen, soll laut Kempf die Stadtverordnetenversammlung entscheiden, wie es weitergeht. „Wir wollen die Halle so schnell wie möglich wieder als Spielstätte für Vereine zur Verfügung zu stellen“, betonte Kempf. „Die Sicherheit steht jedoch an erster Stelle.“

Bis die Rudolf-Harbig-Halle wieder nutzbar ist, müssen die Vereine weiterhin auf andere Orte, etwa die Schulturnhallen, ausweichen. „Die Belegung bis Ende März haben wir schon im Januar geplant“, berichtet Sascha Niebler vom Kultur- und Sportamt. In den nächsten Tagen soll es ein Treffen mit den Vertretern verschiedener Vereine geben, um bis Mai weiter zu planen. Für die Saison 2020/21 werde es dann zu einem späteren Zeitpunkt nochmal ein Treffen geben. Entspannt werde die Situation dadurch, dass die Waldsporthalle voraussichtlich am 6. März wieder öffne. „Die Arbeiten zur Erneuerung der Beleuchtung liegen glücklicherweise im Zeitplan.“ Auch könnten manche Sportler bald wieder im Freien trainieren.

Darauf verweist auch Peter Hoffmann, der Vorsitzende des TSV Amicitia. Die Stadt habe die Vereinsspitze am Montag über die aktuellen Entwicklungen informiert. Derzeit spielten die Handballer in der Halle der Alexander-von-Humboldt-Schule, die Basketballer in der Albertus-Magnus-Schule und die Tischtennisspieler in der TSV-Halle und in der Friedrich-Fröbel-Schule.

Das bringt laut Hoffmann einige Einschränkungen mit sich. „Bei den Jugendmannschaften ärgert es viele Eltern, dass sich die Trainingsorte mehrmals geändert haben.“ Auch weil schon Spiele ausgefallen seien, würden weniger Jugendliche zum Training kommen. Die Abteilungen haben laut Hoffmann außerdem finanzielle Einbußen, da eine Bewirtung nach den Spielen nicht in gleichem Umfang möglich sei wie in der Rudolf-Harbig-Halle.

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