Viernheim

Polizei Neuer Standort offiziell übergeben / Innenminister Peter Beuth spricht über Wirkung auf die Bevölkerung

„Gefühl der Sicherheit wichtig“

Viernheim.In großen blauen Buchstaben prangt der Schriftzug „Polizei“ seit einiger Zeit am ehemaligen Postgebäude an der Kettelerstraße. Bei der Übergabe der neuen Räume des Standorts der Polizeistation Lampertheim-Viernheim versammelten sich die Gäste und Redner zwar zuerst in den Garagen an der Rückseite des Gebäudes. Aber auch hier war das Emblem Thema.

„Die Größe des Schilds gefällt mir“, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth, „und die Bürger sehen es auch“. Das sei wichtig, denn in den letzten Jahren gebe es ein Problem: „Die Zahl der Aufklärungen steigt, die Zahl der Straftaten sinkt, aber ein Restzweifel bleibt.“ Wichtig sei nicht nur die objektive Sicherheit, sondern auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger. Gute Unterbringungsmöglichkeiten seien aber auch notwendig, damit die Polizei erfolgreich arbeiten könne. So nähmen in letzter Zeit etwa die Angriffe auf Polizeibeamte und damit auf den Rechtsstaat zu. Die neuen Viernheimer Räume seien „eine Stelle, von der aus man gut kämpfen kann“.

Auch Bürgermeister Matthias Baaß betonte, dass das Gefühl der Bürger, ob eine Stadt sicher sei, nicht nur von statistischen Zahlen abhänge, „sondern davon, ob die Polizei da ist“. Und mit dem neuen Standort sei die Polizei „erkennbar da“. 2015 hatte die Stadt das Gebäude für eine Million Euro gekauft. Von den Umbaukosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro werde die Stadt letztendlich wohl mehr als eine Million übernehmen.

392 der 700 Quadratmeter Gesamtfläche stelle die Stadt kostenfrei zur Verfügung. Der Rest werde vom Immobilienmanagement des Landes Hessen für die Polizei angemietet. Baaß erinnerte an den „Schock anlässlich der Auflösung der eigenständigen Polizeistation“ und den breiten Protest in der Bevölkerung dagegen.

Der Bürgermeister lobte aber auch die gute Kommunikation mit Bernhard Lammel, dem Präsidenten des Polizeipräsidiums Südhessen. Dieser habe erkannt, dass Viernheim in einer besonderen Situation sei. Durch die Nähe zu Mannheim gebe es teils eine ähnliche Sozialstruktur. Auch würde die gute Verkehrsanbindung Kriminelle anlocken.

Fest vor Ort

Lammel ging wie seine Vorredner auf das Empfinden der Bevölkerung ein. Zeitweise hätten sich Viernheimer Bürger beklagt, dass in den Funkwagen immer andere Beamte säßen. Inzwischen würden in Viernheim wieder Schutzleute eingesetzt, die auch früher in der Stadt Dienst getan hätten. Fest vor Ort ist die Dezentrale Ermittlungsgruppe (DEG). Ihr komme neben ihren normalen Aufgaben, etwa bei den Ermittlungen nach Einbrüchen, eine besondere Bedeutung zu: „Sie sind die Polizei in Viernheim“, erklärte Lammel. Von 7 bis 24 Uhr seien zudem täglich zwei Beamte der Schutzpolizei entweder im Funkwagen oder im neuen Polizeigebäude vor Ort. Bei Bedarf könnten auch schnell drei weitere Wagen aus Lampertheim anrücken.

Im Anschluss an die Reden konnten die Gäste einen Blick in die neuen Räume werfen. Neben Büros für zwölf Beamte der DEG, zwei Schutzleute vor Ort und eine Verwaltungsmitarbeiterin gibt es unter anderem einen Raum für den Erkennungsdienst und eine Arrestzelle. Künftige Besucher werden den neuen Standort durch einen hellen Empfangsraum betreten. Dessen Eingang ist schon von weitem gut zu erkennen. Er befindet sich unter den großen blauen Buchstaben.

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