Viernheim

Fußballkreis Vertreter von TSV Amicitia und SG würdigen Schulung von Platzordnungsobmännern / Spielabbruch als letzter Schritt

Gegen Gewalt auf dem Rasen

Archivartikel

Viernheim.In den vergangenen Wochen und Monaten gab es immer wieder Fälle von Gewalt auf Fußballplätzen, sowohl bei den Senioren als auch im Nachwuchsbereich. Davon betroffen war in besonderem Maße der Fußballkreis Mannheim, der jetzt auf die Vorkommnisse reagiert. Durch die Schulung von Platzordnungsobmännern in der A- und B-Klasse sollen Konflikte bereits im Vorfeld erkannt werden – „bevor es zu einer Eskalation und Spielabbrüchen kommt“, wie der Kreisvorsitzende Harald Schäfer betonte.

Bei der jüngsten Schulung mit dabei waren auch die beiden Viernheimer Vereine TSV Amicitia und SG Viernheim, die mit ihren Teams in der Kreisklasse A vertreten sind. „Platzordnungsobmänner sind wichtiger als von vielen Leuten gedacht. Dadurch haben die Schiedsrichter einen kompetenten Ansprechpartner, der im Notfall Hilfestellung leisten kann“, sagte Ralf Schmitt, Abteilungsleiter Fußball bei den Blau-Grünen, nach der gut vierstündigen Schulung. Letztlich liege es aber bei den Vereinen und einzelnen Personen, ob auf und neben dem Platz Ordnung herrsche. „Wir haben bei uns ein problemloses Umfeld. Da steht der Sport im Vordergrund“, sagte Schmitt, der selbst noch als aktiver Schiedsrichter Spiele leitet. Beleidigungen würden nicht geduldet. Vom Verband wünscht sich der Abteilungschef allerdings, bei Gewaltaktionen härter durchzugreifen. In nächster Zeit will er die gewonnenen Erkenntnisse im Verein weitergeben und sowohl Spieler als auch Trainer in dieser Sache sensibilisieren.

„Das war eine super Veranstaltung, weil alles gut beschrieben und praxisbezogen aufgearbeitet wurde“, zeigte sich auch Francesco Ferraraccio, Abteilungsleiter, Jugendleiter und Jugendtrainer bei der SG, von der Schulung begeistert. „Ich werde die neuen Erkenntnisse im Verein weitergeben. Natürlich müssen auch die Schiedsrichter entsprechend geschult werden, die im Ernstfall durch die Drei-Stufen-Regelung neue Möglichkeiten haben.“

Frühzeitiges Eingreifen

Die Unparteiischen können demnach, ähnlich wie in den Profiligen, bei drohenden Ausschreitungen das Spiel unterbrechen, um sich kurz mit den Trainern, Spielern und Platzordnungsobmännern zu beraten. Der nächste Schritt wäre eine längere Unterbrechung, bei der die Mannschaften sogar in die Kabine geschickt werden können. „Wenn das alles nicht fruchtet, dann kann es zum Spielabbruch kommen. Es ist aber besser, im Vorfeld einzugreifen“, setzt Stephan Moritz vom badischen Fußballverband (bfv) in Karlsruhe auf rechtzeitige Deeskalation.

Die Referenten vom Verein „Zweikampfverhalten“, Patrick Orf und Anna-Lena Unger, hatten einige Rollenspiele und teambildende Aktionen in das Seminar eingebaut, um den Teilnehmern Möglichkeiten für ihre Vorgehensweise aufzuzeigen. „Man muss rechtzeitig erkennen, wenn sich ein Konflikt anbahnt. Dann gilt es, kühlen Kopf zu bewahren und schlichtend einzugreifen“, so ihr Ratschlag. Hierbei komme es nicht nur auf die passenden Worte an, sondern wie man durch eine „gute Körpersprache“ auftrete.

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